1000 Gesichter der MS-Erkrankung

Tatjana Knopf-Bauer plant zum Welt-MS-Tag am 30. Mai ein Foto-Projekt mit MS-Kranken.
Tatjana Knopf-Bauer plant zum Welt-MS-Tag am 30. Mai ein Foto-Projekt mit MS-Kranken.
Foto: Ulla Emig wazfotopool

Duisburg.. Sie fotografiert Neugeborene, lichtet Familien ab und begleitet pompöse Hochzeiten. Tatjana Knopf-Bauer ist seit mehr als 20 Jahren als Fotografin unterwegs und steht mitten im Leben. Dass sie an Multipler Sklerose leidet, ist ihr nicht anzusehen. Genau aus diesem Grund hat sie ein Projekt ins Leben gerufen, mit denen sie die vielfältigen Gesichter der Krankheit zeigen möchte und, dass trotz der Krankheit eine große Menge Lebensfreude möglich ist.

„Eine positive Grundeinstellung kann sich auch positiv auf die Krankheit auswirken“, sagt die 44-jährige. Das Projekt soll auf die Krankheit aufmerksam machen und verdeutlichen, was auch mit der Erkrankung alles möglich ist. „Ich habe selbst lange überlegt, ob man so etwas machen kann“, erklärt sie. Es hätten sich aber sofort zahlreiche MS-Kranke positiv auf ihre Idee zurückgemeldet.

Kite-Surfen und Motorradfahren mit MS

Wenn die Fotografin rund 25 Fotomotive im Kasten hat, möchte sie diese ausstellen. Trotzdem sie selber betroffen ist, wird sie bei dem Projekt nur hinter der Kamera stehen. „Es geht dabei nicht um mich“, betont sie. Die zweifache Mutter lässt nicht ihr Leben durch die Krankheit bestimmen. Sie will auch anderen Betroffenen Mut machen.

„Mich haben beispielsweise eine Kite-Surferin und eine Motorradfahrerin mit MS kontaktiert, die gerne auf die Fotos wollen“, sagt die Fotografin. Durch das Projekt habe sie sehr viele betroffene Menschen im Internet kennen gelernt und wird die Wochenenden des Sommers dazu nutzen, um allen mit ihrer Kamera einen Besuch abzustatten.

Ausgestellt werden sollen die Fotografien anschließend in Krankenhäusern, dem Rathaus und bei Veranstaltungen rund um das Thema MS.

Mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit

Tatjana Knopf-Bauer hat durch die Krankheit eine neue Sichtweise auf ihr Leben bekommen. „Man regt sich nicht mehr über jede Kleinigkeit auf“, sagt sie. Sie lebe gesund, gehe früh zu Bett und packe das Leben positiv an.

Dass es ihr so gut ginge, liege aber auch an der Unterstützung und Sicherheit, die ihre Familie ihr gebe. Sie hofft nun, mit ihrem Foto-Projekt über Betroffene etwas mehr Akzeptanz und Aufmerksamkeit für die Krankheit zu schaffen.

EURE FAVORITEN