Zwischen Bällebad und Kaffeekränzchen

Friedrichstadt..  Umgeben von spielenden Kindern fühlt sich Katja Heiser wohl. Mit der Eröffnung des „Friedrich Café“ an der Jahnstraße erfüllte sich die 42-Jährige jetzt einen Traum, den sie seit der Geburt ihres mittlerweile vierjährigen Sohn Hannes hatte. Das Café soll eine entspannte Atmosphäre für Eltern und ihre Kinder bieten und ist in seiner Art eigentlich auch nur für dieses Klientel – oder Menschen mit starken Nerven – geeignet.

Denn wo Kinder sind, ist das Geschrei nicht weit. „Ich war vor einigen Jahren mit meinem Sohn in Berlin im Urlaub. Dort gibt es eine Menge Cafés extra für Eltern“, sagt Heiser.

Düsseldorf sei in dieser Hinsicht im Rückstand: Neben dem „Panta Kea“ in Pempelfort und dem Oberkasseler „Lätzchen“ gebe es in der Stadt keine Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder mit in ein Café zu nehmen. Zumindest nicht, ohne dass sie böse Blicke ernten, wenn letztere mal etwas lauter werden. „Ich bin sehr gerne zwischen Kindern, das Umfeld macht mir sehr viel Freude“, sagt Heiser. Wenn ihr Sohn einmal den Kinderschuhen entwachsen sei, habe sie immer noch die Kinder im Café. „Geduld und Stressresistenz muss man natürlich mitbringen“, sagt Heiser. Dasselbe erwarte sie auch von den künftigen Mitarbeitern. Die müssen zwar keine Eltern sein, momentan sind bis auf eine ehemalige Erziehrin sind alle sechs Mitarbeterinnen auch selbst Mütter. Heisers Pläne für das „Friedrich Café“ gehen über die Räumlichkeiten hinaus. „Wir brauchen noch eine Unterstellmöglichkeit für die ganzen Kinderwagen, das haben wir nicht ganz zu Ende gedacht“, sagt Heiser. Da das Café aber an der Ecke zur breiten Kirchfeldstraße liegt, könne der Gehweg dafür verwendet werden, die Baugenehmigung für eine Überdachung sei bereits beantragt. Vor Diebstahl sollen Vorhängeschlösser schützen, die im Café ausleihbar sind. Mit dem Standort ist Heiser rundum glücklich: „Hier im Viertel wohnen viele Familien, es ist ein junger Stadtteil. Es gibt Schulen, Kindergärten und jeder kommt hier vorbei.“ Genau einen Monat nach der Eröffnung sei das Café bereits ein täglicher Anlaufpunkt für Mütter Babys, die teilweise schon am Vormittag kämen. Das „Friedrich Café“ solle ohnehin nicht nur für den schnellen Kaffee zwischendurch da sein. „Ich will den Eltern das Gefühl geben, gut aufgehoben zu sein und verstanden zu werden.“ Täglich wechselnd biete sie zwei warme Mittagsgerichte an, darunter Risottos, Suppen und natürlich Nudeln, die laut Heiser bei den Kindern am beliebtesten sind. Neben dem gastronomischen ist auch ein Informations und Unterhaltungsangebot in Planung: Vorträge, Babymassagekurse und Puppentheater sind in der engeren Auswahl. „Ich könnte mir auch vorstellen, eine Ecke für regelmäßige Eltern-Kind-Fototermine einzurichten“, sagt Heiser. Schon jetzt bietet das Café den Kleinsten eine großzügige Krabbelecke, den Größeren ein Bällebad und allen jede Menge Spielzeug. Ein Highlight sind die Innenwände des Cafés. Die sind mit einer abwaschbaren Beschichtung überzogen, damit die Kinder sie – allen elternhäuslichen Regeln zum Trotz – mit Tafelkreide bemalen können. Eine unumstößliche Regel hat allerdings auch das Café: Beim Eintreten sind die Straßen- gegen Hausschuhe zu tauschen.

Das „Friedrich Café“ an der Ecke Kirchfeldstraße/Jahnstraße hat täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Neben Kaffee und Kuchen werden wechselnde Mittagsgerichte angeboten. Das Spielangebot umfasst ein Bällebad, ein Krabbelecke, eine Spielküche, Brettspiele und Bücher und richtet sich an Kinder bis sechs Jahre.

EURE FAVORITEN