ZOM II: Kaum noch Luft nach oben

Ärzte ohne Grenzen. Auf dem Dach von ZOM II
Ärzte ohne Grenzen. Auf dem Dach von ZOM II
Foto: Wappner
Das neue Operationszentrum der Düsseldorfer Universitätsklinik, ZOM II, entspricht modernsten Standards. Am Montag gab’s die offizielle Einweihung.

Düsseldorf..  Lange hat’s gedauert, bis die Schiebetüren zu ZOM II, dem „Zentrum für Operative Medizin II“, endlich aufgingen und der Bau von Menschen bevölkert wurde. Mal ging ein Planungsbüro pleite, mal waren Brandschutz- und Sicherheitsauflagen im rund 19 500 Quadratmeter großen Prestigeobjekt des Düsseldorfer Universitätsklinikums nicht erfüllt – und immer wieder mal änderten sich Vorschriften und Anforderungen an Krankenhausbetriebe. Am 30. Juni dieses Jahres ging das neue Operationszentrum nun in Betrieb. „Und dieses Haus setzt heute im Bereich der Notaufnahme NRW-weit Maßstäbe“, sagte Professor Dr. Sascha Floré, stellvertretender Leiter der Klinik für Unfall- und Handchirurgie, bei der offiziellen Einweihung am gestrigen Montag.

Das größte Bauprojekt des Uniklinikums, das insgesamt rund 170 Millionen Euro verschlang, hat viele Pfunde, mit denen gewuchert werden kann. Der Schockraum im Erdgeschoss etwa ist mit hochmodernem Equipment ausgestattet. „Unser Ziel ist es, einen Schwerstverletzten innerhalb von zwanzig Minuten zu stabilisieren“, sagt Floré und zeigt auf ein CT-Gerät auf Schienen. Die Maschine, so teuer wie ein Einfamilienhaus, fährt auf den auf der Trage liegenden Patienten zu und kann „dessen Verletzung so schnell wie möglich erfassen“, so der Mediziner. Die Scannzeit umfasst gerade einmal zwei Minuten. „Ob wir die Überlebensrate unserer Patienten damit klar verbessern, können wir zwar akademisch nicht beweisen, aber wir machen die Behandlung sicherer, weil das häufige Umlagern wegfällt.“

100 Notfälle pro Jahr

Auch die Anschaffungskosten im fast siebenstelligen Bereich seien gerechtfertigt. Denn der CT werde nicht nur bei den im Schnitt 100 Notaufnahmen pro Jahr eingesetzt, „sondern auch für die selektiven Fälle“, sagt Evangelos Tsekos, in ZOM II so genannter Betriebskonzeptleiter.

Von der Paterre hoch ins sechste Obergeschoss: Das ist die Ebene mit dem klinik-eigenen Hubschrauberlandeplatz. Es zeigt sich, dass auch im Krankenhausalltag das Angebot die Nachfrage regelt. Als die Unfallchirurgie noch im sanierungsbedürftigen Gebäude nebenan untergebracht war, gab es weitaus weniger Notfall-Zuweisungen nach Düsseldorf. „Im ersten Halbjahr 2014 bekamen wir 33 Schwerstverletzte“, bilanziert ZOM-Logistikleiter Ulrich Dreiner. Seit Inbetriebnahme des Hubschrauberlandeplatzes vor zehn Wochen habe es bereits 33 Notfalleinweisungen gegeben. „Man kann also sagen, dass sich die Zahlen verdoppelt bis verdreifacht haben“, so Dreiner.

Das neue, rund 19 500 Quadratmeter große Operationszentrum hat Platz für 288 Patienten. Fast 600 Mitarbeiter – Ärzte, Pflegepersonal und Verwaltungsangestellte – kümmern sich täglich um die Belange der Kranken. In der Luxus-Klinik mit zehn OP-Sälen sind kurz nach dem Erteilen der Betriebserlaubnis fünf Kliniken – HNO, Neurochirurgie, Orthopädie, Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Klinik für Unfall- und Handchirurgie – gezogen. Dieser Umzug am 28. Juni 2014 war eine Mammutaufgabe, denn 180 Patienten mussten mit. Rund 200 Helfer packten mit an. 6000 Umzugskartons mussten von A nach B transportiert, mehr als 200 Telefonanschlüsse umgelegt werden.

„Dieser Bau ist von den Räumlichkeiten und von der technischen Ausrüstung her auf dem allerneuesten Stand“, lobt Professor Floré. An die enge Zusammenarbeit von fünf verschiedenen Kliniken müsse man sich allerdings noch gewöhnen.

 
 

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