Wurde Daisy von ihrem Herrchen getötet?

Katharina Rüth
Chihuahuas gelten als die kleinste Hunderasse der Welt. Die Chihuahua-Hündin Daisy soll von ihrem Herrchen tödlich misshandelt worden sein.
Chihuahuas gelten als die kleinste Hunderasse der Welt. Die Chihuahua-Hündin Daisy soll von ihrem Herrchen tödlich misshandelt worden sein.
Foto: WAZ

Düsseldorf.  Die kleine Daisy wurde nur zwei Jahre alt. Am 6. September 2012 starb der Chihuahua-Hund an innerem Verbluten. Das Amtsgericht hielt ihr Herrchen für ihren brutalen Mörder: Er habe mit brachialer Gewalt auf das Tier eingeschlagen oder -getreten, nur weil es sein Geschäft auf dem Sofa gemacht hatte. Das Amtsgericht verurteilte den 41-Jährigen wegen Tötung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund zu einer Geldstrafe von 3000 Euro. Der Facharbeiter bestreitet, etwas mit dem Tod des Tiers zu tun zu haben und hat Berufung eingelegt.

Lautes Hundejammern

Daisy lebte mit ihrem Herrchen und dessen Freundin (22), ihrem Frauchen in Garath. Wenn Zeugenaussagen stimmen, hatte es Daisy besonders mit ihrem Herrchen nicht leicht. Er soll sie öfter getreten und sogar gegen die Wand geworfen haben. Möglicherweise fand sie so auch den Tod.

Das befürchtete der Nachbar aus dem Haus gegenüber. Der hatte am 7. September die Polizei alarmiert, weil er am Abend ein Hund jammern gehört hatte, am nächsten Tag die kleine Daisy tot auf dem Balkon lag.

Gegen Balkontür geflogen

Der 41-Jährige, der wegen Gewaltdelikten vorbestraft ist, bestritt, dem Hund misshandelt zu haben. Daisy sei beim Spielen von einem größeren Hund getreten und dabei innerlicht verletzt worden. An jenem Abend habe sie vor Schmerzen gejault, sei dann gestorben. Auch die Freundin sagte vor Gericht aus, der 41-Jährige habe Daisy nichts getan.

Doch eine Bekannte der jungen Frau berichtete, sie habe die 22-Jährige am 7. September in ihrer Stammkneipe getroffen. Da habe diese sehr geweint und gesagt, ihr Freund habe den Hund „tot geschlagen“, weil der aufs Sofa gegemacht habe. Auch diese Zeugin war zur Polizei gegangen.

Der Nachbar von gegenüber, der zuerst die Polizei alarmiert hatte, berichtete vor Gericht, er habe an jenem Abend gegen 23 Uhr erst das laute Jammern des Hundes gehört, dann gesehen, wie der Hund von innen gegen die Balkontür flog.

Das Gericht glaubte diesen Zeugen. Die 22-Jährige sei wohl durch ihren Freund eingeschüchtert und sage daher nicht gegen ihn aus. Das Gericht verurteilte den 41-Jährigen.

Doch das will der nicht hinnehmen. Er legte Berufung ein. Nun muss sich demnächst das Landgericht mit Daisys Tod beschäftigen. Wann der Prozess stattfindet, steht noch nicht fest.