Wochenmarkt in Langenfeld-Langfort

Langenfeld. Seit Ende März wird im Stadtteil Langfort zweimal wöchentlich Markt gehalten - auf Betreiben der Bürgerinitiative „Wir-in-Langfort“. Viel Resonanz von Bürgern und Händlern.

Jetzt noch Fische bei die Butter, und fertig ist der Einkauf. „Zweimal Backfisch, bitte“, bestellt Kurt Walscheidt-Voß. Der ältere Mann steht mit seiner Frau vor dem Fischstand am Langforter Einkaufszentrums. Sie wohnen in der Nähe, aber den Markt kannten sie noch nicht. Den gibt es eben erst seit Ende März, ins Leben gerufen von der Bürgerinitiative „Wir-in-Langfort“.

Seit vier Wochen steht jeden Mittwoch und Samstag bis 14 Uhr unter anderem der Fischwagen von Jörg Mehrholz auf dem kleinen Platz vor dem Laden-Center. „Liegt in Duisburg noch der Raddampfer im Hafen?“, fragt Kurt Walscheidt-Voß den Händler. aus der Ruhr-Stadt „Der alte, ja, der existiert noch“, antwortet Mehrholz, und macht den Fisch fertig, „kriegt Ihr da noch was bei?“ Nein, das wars. „Aber wir werden uns jetzt sicher öfter sehen lassen“, sagt Herta Walscheidt-Voß, „ich find das ganz doll hier, da kommt mal Leben her.“

Ein, zwei Dutzend Menschen schlendern an diesem Mittag über den Markt. Lange anstehen muss niemand, etliche treffen sich zum Kaffee oder unterhalten sich noch eine Weile mit Nachbarn oder Händlern. Jens Rohleder, einer der Mitgründer aus der Bürgerinitiative, steht im Schatten und wartet, dass sein Backfisch abkühlt. In der anderen Hand hält der junge Mann, der um die Ecke eine Medienagentur betreibt, eine Tüte mit Sellerie, Möhren und Paprika. Die hat er gerade am Gemüsestand gekauft. „Der Markt entwickelt sich nicht ganz homogen“, sagt er, „das Gemüse läuft hier zum Beispiel super, andere Händler haben noch nicht so viele Kunden.“

Anzahl der Stände bereits verdoppelt

Die Gründungsvorsitzende Claudia Milde ist stolz, dass der Markt wächst: „Wir haben mit vier Ständen angefangen, inzwischen sind’s acht.“ Der Fischhändler ziehe sogar ein paar Fans aus Baumberg und Hilden an. „Der Markt ist ideal für Ältere“, sagt sie, „man kann hier gut dem mit Rollator einkaufen gehen, außerdem sind Parkplätze und der neu gestaltete Generationengarten direkt nebenan.“

Am Gemüsestand kaufen viele junge Berufstätige ein. „Wir bauen schon um sechs auf, und gegen sieben kommen viele Junge vor der Arbeit vorbei“, sagt Christel Rompe vom Gemüsestand. Wer danach noch etwas erledigen muss, kann seine Tüte so lange bei ihr und ihren Kolleginnen stehen lassen und später abholen. Die Frauen vom Niederrhein, woher zur Zeit auch ihre komplette Ware stammt, sind sehr zufrieden mit dem Umsatz.

Gegenüber macht Mohammed Bahri seinen Kunden den Einkauf mit Scherzen schmackhaft. „Also zwei Kilo Peperoni!“, flachst der Antipasti-Händler, erklärt der Kundin dann aber ernsthaft, dass man die Kräuterschicht vom Schafkäse abkratze. Die Frau ist entsetzt, gerade die mag sie gern. „Na gut, dann mitessen“, lenkt er schnell ein. Je kleiner der Markt, desto angesehener ist König Kunde.

 
 

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