Winter 1942: Als der Rhein in Düsseldorf zugefroren war

Diese Aufnahme vom 9. Februar 1942 zeigt den zugefrorenen Rhein und Eisschollen bei Kaiserwerth.
Diese Aufnahme vom 9. Februar 1942 zeigt den zugefrorenen Rhein und Eisschollen bei Kaiserwerth.
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf
Bitterkalt soll es jetzt werden - der Rhein wird aber nicht zufrieren. Früher war das anders: Da konnten die Düsseldorfer auf dem Fluß spazieren.

Düsseldorf. Nach dem Schneefall kommt in Düsseldorf die Kälte: Zweistellige Minustemperaturen , auch tagsüber soll starker Dauerfrost herrscht. Dem Rhein dürfte die Kälte wenig anhaben, er fließt mit seinem weiter vor sich hin. Wegen Kraftwerken und der Industrie am Strom ist das Wasser normalerweise viel zu warm, um zu gefrieren. Doch in der Geschichte ist das schon mehrfach vorgekommen, im 19. Jahrhundert sogar alle paar Jahre.

Zuletzt war der Strom vor fast 80 Jahren zugefroren. Am 7. und 8. Februar 1942, es war ein Wochenende, zog es Hunderte Düsseldorfer geradezu magisch an den Rhein. Nicht um Schiffen nachzuschauen, denn die konnten gar nicht mehr fahren. Nein, sie wollten auf dem Rhein spazieren und den Fluss überqueren, was davor zuletzt vor 48 Jahren möglich war.

Winter in Düsseldorf: Früher gefror der Rhein viel häufiger

Eisige Kälte mit Temperaturen von mehr als 20 Minus-Graden machten den Düsseldorfern im Kriegsjahr 1942 zu schaffen. Und den Binnenschiffern. Der Verkehr auf dem Rhein stand mehrere Wochen still. Gefrorene Eisschollen trieben aufeinander, verursachten Stauungen und froren zusammen.

Ein Spaziergang über den Rhein war davor zuletzt 1896 der Fall, wie ein Blick in die „Düsseldorfer Stadt-Nachrichten“ vom Februar 1942 verrät. 1894 kamen der Frost und die damit verbundenen Stauungen von Schollen so schnell, dass einige Schiffe nicht mehr den nächsten Hafen erreichten und im Fluss steckenblieben und festfroren.

In einer Chronik über die härtesten Winter heißt es: „Schon bei verhältnismäßig geringen Kältegraden bildete der Strom im 19. Jahrhundert eine geschlossene Eisfläche, was zum Teil auch darauf zurückzuführen war, dass der Schiffsverkehr noch sehr mäßig war und nur einen geringen Wellenschlag erzeugte. So fror der Rhein 1893 bei 18 Grad, 1889 bei 18 Grad, 1880 bei 12 Grad, 1875 bei 13 Grad und 1871 bei 18 Grad Celsius zu.“ Besonders schlimm war das Jahr 1845: Da war der Rhein in Düsseldorf mehr als drei Monate zugefroren.