Warum Barzahlen in den Düsseldorfer Bürgerbüros extra kostet

Ab zehn Euro kostet es in der Düsseldorfer Verwaltung bei Barzahlung einen Euro extra.
Ab zehn Euro kostet es in der Düsseldorfer Verwaltung bei Barzahlung einen Euro extra.
Foto: Matthias Balk
Barzahlungen über zehn Euro kosten seit Anfang Mai in Teilen der Düsseldorfer Stadtverwaltung einen Euro extra. Wie die Stadt die Umstellung begründet.

Düsseldorf.. Wer in Düsseldorf Gebühren im Bürgerbüro, dem Standes- oder dem Straßenverkehrsamt von mehr als zehn Euro bar bezahlen möchte, muss seit Anfang Mai als Gebühr noch einen Euro oben drauf legen. Die Stadt möchte damit die "erheblichen Folgearbeiten" der Barzahlungen verringern. Sie schätzt die Aufwandskosten auf jährlich etwa 100.000 Euro.

Dazu zählen nach Stadtangaben unter anderem die Personalkosten für mehrere Mitarbeiter, die das Geld zählen, die Kontrolle derer und der Geldtransport. Allerdings: Diese Kosten werden durch weniger hohe Barzahlungen nicht geringer. Auch Beträge unter zehn Euro - sie bleiben gebührenfrei - müssen weiter gezählt, kontrolliert und transportiert werden.

EC-Kartenzahlung sei eine Zeitersparnis für den Bürger

Auf Nachfrage stellt die Stadt nun vor allem die Zeitersparnis in den Vordergrund. Durch den "Austausch des städtischen Gebührenkassenverfahrens" könne die Stadt jetzt EC-Karten-Zahlung direkt am Platz anbieten. Im Straßenverkehrsamt hätten Kunden mit ihrem Bargeld früher etwa an einem zentralen Kassenautomaten bezahlen müssen - um danach wieder zum Berater zurückzukehren.

Mit einer EC-Karten-Zahlung am Platz gehe alles deutlich schneller. "Das bedeutet mehr Service und eine Zeitersparnis für den Bürger", sagt Stadtsprecherin Kerstin Jäckel-Engstfeld. Auch die Berater würden mit dem neuen Modell viel Zeit sparen.

Bei den Bürgern kommt die Umstellung laut Stadt gut an

Bei den Bürger in den Bürgerbüros komme die Umstellung grundsätzlich gut an. "Das geht ganz geräuschlos", sagt die Stadtsprecherin. Nicht ganz so geräuschlos hat jetzt der Düsseldorfer FDP-Ratsherr Mirko Rohloff reagiert. Er sieht im Bargeld „ein Symbol geprägter Freiheit“.

Die Zusatzgebühr sei ein „völlig unnötiger Eingriff in die Wahlfreiheit des Zahlungsmittels“. Die „Strafgebühr“ soll als Anfrage der Liberalen Thema in der nächsten Ratssitzung werden.

 
 

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