VRR koppelt Alte und Behinderte schnöde ab

Am S-Bahnhof Hochdahl gehts nicht weiter: Baustopp in letzter Minuten für die Behinderten-Rampe.
Am S-Bahnhof Hochdahl gehts nicht weiter: Baustopp in letzter Minuten für die Behinderten-Rampe.
Foto: Lars Heidrich

Erkrath..  Detlef Ehlert schäumt und spricht von einem Skandal: „Ich bin stinkesauer“, sagt der Vorsitzende der SPD im Stadtrat. Alle Arbeiten an einem behindertengerechten Zugang zum Hochdahler S-Bahnhof seien von der Deutschen Bahn in letzter Minute gestoppt worden. Eigentlich sollte die seit Jahren geforderte und längst überfällige Rampe seit Dezember 2012 gebaut werden. Doch nichts ist geschehen, wie die Politiker jetzt im Verkehrsausschuss von der Stadtverwaltung hörten.

Der Grund: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr will offenbar auf den Bahnlinien S5 und S8 andere Wagen einsetzen als bisher. „Für uns kam dieser Wunsch völlig überraschend“, heißt es aus Kreisen der Bahn. Denn dafür müssen sämtliche Bahnsteige in Hochdahl um 20 Zentimeter angehoben werden – von heute 76 auf dann 96 Zentimeter über den Gleisen. Ob und wie das möglich ist und wie viel das kostet, muss nun sorgfältig, also viele Monate lang untersucht werden. Solange wird es nichts mit der dringend benötigten Rampe.

Mehr noch: Wenn im August 2013 die Deutsche Bahn , wie bisher beabsichtigt, den beschrankten Bahnübergang für immer schließt, kommen alte und gehbehinderte Hochdahler gar nicht mehr zum Zug. Ehlert schnaubt wütend: „Erst hat die Bahn uns eine halbe Ewigkeit hingehalten, dann hat sie die Stadt unter Druck gesetzt, die Umbauten zur Schließung des Bahnübergangs ganz anders vorzunehmen, als das den Interessen der Stadt und den Menschen hier entspricht. Und jetzt das!“ Selbst der erfahrene Lokalpolitiker Detlef Ehlert ist fassungslos.

Eine Sprecherin der Bahn bestätigte gestern gegenüber der NRZ den Baustopp in letzter Minute. Das Land, der VRR und die Deutsche Bahn bemühten sich intensiv um eine Lösung. Nur: wie lange das dauern wird, konnte sie gestern Abend nicht sagen.

Detlef Ehlert hat einen geharnischten Protestbrief an den Vorstand des VRR, Martin Husmann, geschrieben: „Seit Jahren wird hier um die Gestaltung des einzigen beschrankten Bahnübergangs auf der Strecke der S 8 gerungen, seit Jahren wird um alles Mögliche dabei gestritten, aber nie um die Einstiegshöhe der Züge.“ Die Erkrather Politiker seien über soviel Ignoranz entsetzt und verärgert. Sie wollen Bahn-Verantwortliche und VRR-Vorstand Husmann zu einem Gespräch laden.

 
 

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