Vorwurf an Vodafone: Telefonterror

Die 300 Millionen Euro teure neue Zentrale in Düsseldorf ist bald fertig.  Foto Lars Heidrich
Die 300 Millionen Euro teure neue Zentrale in Düsseldorf ist bald fertig. Foto Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf..  Das Unternehmen Vodafone, dessen Deutschlandzen-trale in Düsseldorf sitzt, verdient sein Geld mit Kommunikation. Aber in diesem Fall war es wohl eindeutig zu viel: Ein Kunde beantragte bei Gericht eine Einstweilige Verfügung, dass Vodafone ihn nicht mehr anrufen soll. Man habe ihn nach seiner Kündigung über 100 Mal kontaktiert.

Zwei Mobilfunkverträge hatte der 30-Jährige bei Vodafone. Er kündigte sie schriftlich am 13. Juni und 15. Juli 2012. Vodafone bestätigte das per SMS. Ab dem 20. Juni meldete sich dann der Kunden-Service. Der erste Anrufer habe hartnäckig versucht, ihn von der Kündigung abzubringen, Vertragsverlängerung und neue Produkte angeboten, so der verärgerte Kunde. Da habe er ausdrücklich gesagt, die Kündigung sei endgültig, er wolle keine Werbe-Anrufe.

Das half nichts, es folgten noch viele. Als Höhepunkt nennt er den 16. Juli: Nach mehreren unbemerkten Anrufen auf dem Handy habe um 13.45 Uhr ein Anrufer nach seinem neuen Anbieter, dem neuen Handy und dessen Preis gefragt. Später sei eine SMS gekommen, er solle wegen der Kündigung anrufen. Er habe bei der Hotline mit Klage gedroht. Ein Mitarbeiter habe bestätigt, sein Werbeverbot stehe sei seit 27. Juni „im System“, er werde nicht mehr angerufen.

Nur zwanzig Minuten später sei der nächste Anruf auf seinem Handy gelandet. Nach noch zwei Gesprächen pausierte der Telefonterror für zehn Tage. Als er am 25. Juli wieder die Nummer sah, ging er zum Düsseldorfer Amtsgericht. Am 14. August wird verhandelt.

Vodafone-Sprecher Kuzey Esener erklärte auf NRZ-Nachfrage, die Sperre sei auf einer der zwei Nummern „nicht vollständig“ gewesen, daher habe der Kunde Anrufe einer Werbekampagne erhalten. Es tue ihnen leid, er werde garantiert nicht mehr kontaktiert.

Unerwünschte Anrufe sind verboten. Susanne van Cleve von der Verbraucherzentrale Berlin rät, sich den Kontakt zu verbitten, eine Unterlassungsklage anzudrohen. Verstöße kann man auch den Verbraucherzentralen und der Bundesnetzagentur melden. Sie können wettbewerbsrechtlich gegen die Firmen vorgehen.

 
 

EURE FAVORITEN