Vorurteile abbauen

Mädchen haben keine Ahnung von Technik? Jungs sind sozial uninteressiert und nicht engagiert? Von wegen! Am morgigen Donnerstag soll beim Girls’ Day und Boys’ Day wieder mit Vorurteilen aufgeräumt werden. Zum dritten Mal finden die bundesweiten, zukunftsorientierten Aktionen für Mädchen und für Jungen von Klasse 5 bis Klasse 10 am gleichen Tag statt, auch in Düsseldorf.

Zum Girls’ Day steigen in der Landeshauptstadt insgesamt 92 Veranstaltungen mit 1181 Plätzen, zum Boys´ Day sind es 76 Veranstaltungen mit 416 Plätzen.

Bei den Mädels öffnen vor allem technische Unternehmen, Betriebe mit technischen Abteilungen und Ausbildungen, Hochschulen und Forschungszentren ihre Türen für Schülerinnen ab der Klasse 5. Die Mädchen lernen am Girls’ Day Ausbildungsberufe und Studiengänge in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften kennen, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind oder begegnen weiblichen Vorbildern in Führungspositionen aus Wirtschaft oder Politik.

Die Provinzial Rheinland in Düsseldorf beteiligt sich morgen mit einer besonderen Aktion: Trinetra Dhaliwal, Schülerin der 9. Klasse der Joseph-Beuys-Gesamtschule, wird einen ganzen Tag Personalchef Jörg Funck durch die Filiale begleiten. Ob Abteilungsgespräche, Terminabstimmungen oder Telefonate – bei allem wird sie dabei sein und die Möglichkeit haben, die Arbeitsweise in den Führungsetagen einer Versicherung kennenzulernen.

Es sind aber auch die kleineren Betriebe, die sich den Mädchen annehmen. Franz-Josef Maes, Inhaber des Fahrradservices „Düsselrad“ in Unterbilk kooperiert da schon seit vielen Jahren mit dem Jugendamt. Morgen werden etwa zehn Mädchen zu ihm kommen und so viel wie möglich über den Drahtesel und dessen Reparatur lernen. „Wir finden es wichtig, sich Zeit für den Nachwuchs zu nehmen“, sagt Maes, dessen persönlicher Girls’ Day unter dem Motto „Schrauben, Schreiben, Lächeln“ steht. „Am Ende des Tages nehmen unsere Gäste ein bisschen was mit“, sagt er mit einem Augenzwinkern: „Und sei es, dass sie ihr Fahrrad demnächst selbst reparieren können!

Arbeitsalltag eines Erziehers

Zum Boys‘ Day bietet am morgen die Kaiserswerther Diakonie einen Schnuppertag für die Berufsbilder Erzieher und Altenpfleger. Hierfür haben sich 15 Schüler zwischen 12 und 16 Jahren angemeldet. Sie erhalten die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen des Arbeitsalltages eines Erziehers und eines Altenpflegers zu werfen. Männer, die tagtäglich in diesen Berufen ihren Mann stehen, werden darüber berichten.

Und auch der berühmte Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, der laut eigener Aussage der erste männliche Zivi der Awo im künstlerischen Bereich war, machte unlängst jetzt Werbung für den Boys’ Day.

Am Girls’ Day und am Boys’ Day haben im vergangenen Jahr in ganz Deutschland insgesamt mehr als 150 000 Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Beide Zukunftstage werden gefördert vom Bundesministerium für Familie sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Für die morgigen Aktionen können sich Düsseldorfer Schülerinnen und Schüler sogar noch unter „www.girls-day.de“ und „www.boys-day.de“ kurzfristig anmelden, teilt das Jugendamt mit. Über die „Aktionslandkarte“ könnten Interessierte für die jeweilige Region oder Stadt die Angebote einsehen, freie Plätze finden und sich anmelden.

Und wenn es darum geht, einen Blick zu wagen abseits der typischen Frauen- und Männerberufe, sei auf die Ausstellung „Typisch männlich – Typisch weiblich“ im Foyer des VHS-Weiterbildungszentrums am Bertha-von-Suttner-Platz hingewiesen. Die Schau, die vom Jugendnetzwerk Düsseldorf ausgerichtet wird, beschäftigt sich mit unterschiedlichen Vorstellungen von männlicher und weiblicher Identität. Sie dauert noch bis zum 5. Mai.

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