Vor 70 Jahren war der Rhein bei Düsseldorf zugefroren

Auch 1914 konnten die Düsseldorfer auf dem Rhein spazieren gehen. Zu sehen ist die Oberkasseler Brücke. Bild: Stadtarchiv Düsseldorf
Auch 1914 konnten die Düsseldorfer auf dem Rhein spazieren gehen. Zu sehen ist die Oberkasseler Brücke. Bild: Stadtarchiv Düsseldorf
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf
Trotz langandauernder eisiger Temperaturen wird der Rhein auch in diesem Winter wohl nicht zufrieren – Industrie und Kraftwerke halten das Wasser warm. Früher war das anders: Zuletzt vor 70 Jahren konnten die Düsseldorfer auf dem Rhein spazieren gehen.

Düsseldorf.. Eisig kalt ist es draußen, die Seen in Düsseldorf frieren zu. Doch der Rhein, er plätschert auch bei eisiger Kälte weiter vor sich hin. Das bleibt auch. Wegen Kraftwerken und Industrie am Strom ist das Wasser viel zu warm um zu gefrieren. Doch in der Geschichte ist das schon mehrfach vorgekommen, im 19. Jahrhundert sogar alle paar Jahre.

Zuletzt war der Strom vor genau 70 Jahren zugefroren. Am 7. und 8. Februar 1942, es war ein Wochenende, zog es Hunderte Düsseldorfer geradezu magisch an den Rhein. Nicht um Schiffen nachzuschauen, denn die konnten gar nicht mehr fahren. Nein, sie wollten auf dem Rhein spazieren und den Fluss überqueren, was davor zuletzt vor 48 Jahren möglich war. Eisige Kälte mit Temperaturen von mehr als 20 Minus-Graden machten den Düsseldorfern im Kriegsjahr 1942 zu schaffen. Und den Binnenschiffern. Der Verkehr auf dem Rhein stand mehrere Wochen still. Gefrorene Eisschollen trieben aufeinander, verursachten Stauungen und froren zusammen.

Ein Spaziergang über den Rhein war davor zuletzt 1896 der Fall, wie ein Blick in die „Düsseldorfer Stadt-Nachrichten“ vom Februar 1942 verrät. 1894 kamen der Frost und die damit verbundenen Stauungen von Schollen so schnell, dass einige Schiffe nicht mehr den nächsten Hafen erreichten und im Fluss steckenblieben und festfroren.

Früher gefror der Rhein viel häufiger

In einer Chronik über die härtesten Winter heißt es: „Schon bei verhältnismäßig geringen Kältegraden bildete der Strom im 19. Jahrhundert eine geschlossene Eisfläche, was zum Teil auch darauf zurückzuführen war, dass der Schiffsverkehr noch sehr mäßig war und nur einen geringen Wellenschlag erzeugte. So fror der Rhein 1893 bei 18 Grad, 1889 bei 18 Grad, 1880 bei 12 Grad, 1875 bei 13 Grad und 1871 bei 18 Grad Celsius zu.“ Besonders schlimm war das Jahr 1845: Da war der Rhein in Düsseldorf mehr als drei Monate zugefroren.

 
 

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