Vor 55 Jahren starben drei Wehrleute im Einsatz

Ein Foto des Einsatzes vom 11. April 1960 auf dem Jagenberg-Gelände. Hier kamen drei Düsseldorfer Feuerwehrleute ums Leben.
Ein Foto des Einsatzes vom 11. April 1960 auf dem Jagenberg-Gelände. Hier kamen drei Düsseldorfer Feuerwehrleute ums Leben.
Foto: Feuerwehr Düsseldorf
Die Düsseldorfer Feuerwehr erinnert an drei Kameraden die beim Jagenberg-Großbrand am 11. April 1960 ums Leben kamen.

Düsseldorf.. Trauriges Jubiläum am heutigen Samstag, 11. April: Drei Düsseldorfer Berufsfeuerwehrleute kamen am 11. April 1960 bei einem Großbrand der Firma Jagenberg ums Leben. Der Gedenktag jährt sich heute zum 55. Mal. Die Gedenkstätte im Foyer der Feuerwehrleitstelle steht deshalb den Düsseldorfer Feuerwehrleuten als zentraler Anlaufpunkt offen.

Vor fünf Jahren wurde auf Initiative des Personalrates der Feuerwehr eine Gedenktafel im Foyer der Feuerwehrleitstelle an der Hüttenstraße aufgehängt. Weiterhin wurde ein Buch mit allen im Dienst verstorbenen Berufsfeuerwehrleuten seit der Gründung der Berufsfeuerwehr Düsseldorf im Mai 1872 in einer Vitrine ausgelegt. Auf der Gedenktafel steht:

Damals wie heute

Für die Menschen dieser Stadt

Zur Erinnerung an alle Feuerwehrleute, die im Dienst ihr Leben ließen und oft viel zu früh verstorben sind.

Eure Kollegen und Kameraden

Das Feuer bei der Firma Jagenberg war am 11. April 1960 um 2.49 Uhr entdeckt worden und bei der Hauptnachrichtenzentrale der Feuerwehr, so nannte man zu dieser Zeit die Leitstelle, gemeldet worden. Dunkle grauschwarze Rauchwolken zogen aus dem 7000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex zwischen der Himmelgeister Straße und Ulenbergstraße. Dort wurde Paraffin in Maschinen zur Imprägnierung von wasserdichten Papierbehältern verarbeitet.

Die Dämpfe des Paraffins entzündeten sich explosionsartig und trugen zur Brandausweitung bei. Die drei verunglückten Feuerwehrleute Wilhelm Lampenscherf, Willi Reinert und Eduard Tschense waren vermutlich von einer heißen Stichflamme getroffen und im weiteren Brandverlauf tödlich verletzt worden. Erst in den späten Abendstunden konnte der Brand gelöscht werden.

Auch heute noch sterben pro Jahr in Deutschland zwei bis acht Feuer-wehrleute während der Ausübung des Einsatzdienstes. Durch eine konsequent gute Ausbildung (beispielsweise auch in Realbrandübungsanlagen), einer stark veränderten persönlichen Schutzausrüstung für den Feuerwehrdienst (beispielsweise Brandschutzkleidung bis 800 Grad stichflammenresistent über zehn Sekunden) und moderne Einsatzgeräte (beispielsweise Hohlstrahlrohrtechnik für Zimmerbrandbekämpfung) ist die Zahl seit Ende der 1990er-Jahre rückläufig. Dennoch hat der Feuerwehrmann ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko als andere Berufsgruppen.

Seit Bestehen der Düsseldorfer Berufsfeuerwehr sind folgende Mitarbeiter im Einsatz gestorben:

Wilhelm Dahmen (4. Sep.1883)

Johann Michels (31. Juli 1889)

Johann Wloka (20. Januar 1938)

Karl Bauhaus (24. Mai 1943)

Hans Klein (28. Juli 1943)

Artur Klimpel (29. Nov. 1943)

Herbert Lohmann (8. März 1943)

Franz Mittler (25. Juni 1943)

Ernst Schmucker (16. Juni 1943)

Hermann Sieber (12. Juni 1943)

Ernst Pfeiffer, (5. März 1945)

Peter Störmer (4. April 1945)

Wilhelm Lampenscherf, Willi Reinert und Eduard Tschense (11. April 1960)

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