Von Würgern, Geheimschriften und Ahnenforschung

Wer an Arbeit im Archiv denkt, dem kommen hin und wieder Bilder von staubigen Kellern und unmotivierten Kollegen wie in der Bürosatire „Stromberg“ in den Sinn. Es ist in der Regel anders, das wird der Düsseldorfer „Tag der Archive“ zeigen, der am kommenden Samstag, den 8. März, im Weiterbildungszentrum (WBZ) am Bertha-von-Suttner-Platz 1 in die Welt der Ahnenforschung und Geheimschriften einlädt.

23 Düsseldorfer Archive werden sich mit Informationsständen, Ausstellungsstücken und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm im (WBZ) am Hauptbahnhof präsentieren.

Die Eröffnungsveranstaltung steigt aber bereits heute. Oberbürgermeister Dirk Elbers wird den „Tag der Archive“ mit einem Grußwort eröffnen. Im Anschluss daran liest der Düsseldorfer Autor Hanno Parmentier aus seiner neuen Kürten-Biografie „Der Würger von Düsseldorf“. Die Morde Peter Kürtens in und um Düsseldorf erregten 1930 selbst im Ausland enormes Aufsehen. Parmentier zeichnet – von Lichtbildern begleitet – ein präzises Porträt des Mörders, der dramatischen Suche nach dem Täter und der von der Weltwirtschaftskrise erschütterten Stadt. Die Taten des Serienmörders Peter Kürten inspirierten 1931 auch Fritz Lang zu seinem ersten Tonfilm, dem Klassiker „M – eine Stadt sucht einen Mörder“ mit Peter Lorre in der Hauptrolle. Der Film wird als eine restaurierte Fassung gezeigt, die dem 1934 von den Nationalsozialisten verbotenen Original so nahe wie derzeit möglich kommt.

Am Samstag wird dann von 10 bis 17 Uhr den Besuchern auf der schon traditionellen Börse gezeigt, welche Schätze die Düsseldorfer Archive in ihren Kellern hüten. Denn dort werden in der Tat viele Archivalien aufbewahrt – geschuldet den statischen Verhältnissen, denn Papier wiegt!

An Einzelständen und Vitrinen erhalten die Besucher Einblick in die abwechslungsreichen Bestände der teilnehmenden Archive – von Fotos über Bücher und Urkunden bis hin zu Zeitungen, Postkarten, historischen Alltagsgegenständen und alten Produkten. Aber nicht nur das: Hilfe beim Entziffern alter Schriften und Dokumente, Rat für das Verfassen einer schulischen Facharbeit, Terminvereinbarungen zur Beratung bei einem individuellen Projekt, Unterstützung beim Aufbau und der Pflege eines privaten Archivs oder der Erhaltung digitaler Daten sind nur einige der Themen, für die kompetente Ansprechpartner bereit stehen.

Ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein sorgt für weitere Unterhaltung: Für Kinder werden am Archivtag unter anderem eine Quizrallye von Stand zu Stand (mit einem kleinen Preis für alle), das Entziffern von Geheimschriften oder Übungen im Schreiben alter Schriften angeboten. Für die Erwachsenen runden Dia-Shows mit historischem Düsseldorfer Bildmaterial, WLAN-Demonstrationen einiger Archive, Führungen durch das Stadtarchiv und ein Bericht über die aufwändige Restaurierung des Fritz-Lang-Films das Programm weiter ab.

Weitere Infos unter: www.geschichte-in-duesseldorf.de

 
 

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