Von maroden Fenstern und Klassenzimmern

Ein Blick auf die Fassade hat gereicht: Dass etliche Schulen dringend eine Sanierung brauchen, konnten der Vorsitzende im Schulausschuss, Wolfgang Scheffler (Grüne), und die Grüne OB-Kandidatin Miriam Koch jetzt bei einer Rundfahrt zu mehreren Schulen hautnah erleben. Kaputte Fensterrahmen, abgeblätterte Farbe, marode Klassen, fehlende Räume für den Ganztagsunterricht und das Mittagessen. Am Heinrich-Hertz Berufskolleg wird der technische und naturwissenschaftliche Nachwuchs für die Fachkräfte der hiesigen Industrie wie etwa Henkel ausgebildet. Dass ausgerechnet dort „das Laborgebäude in einem desolaten Zustand ist“, bringt Scheffler auf die Palme.

„Der Eindruck ist schrecklich“, so die Grüne Miriam Koch, „da lassen sich die Jalousien an den kaputten Fenstern nicht mehr bedienen, das ist im Sommer katastrophal.“

Knackpunkt der Kritik von Koch und Scheffler ist der von CDU/FDP sowie OB Elbers hochgelobte „Masterplan Schulen“. Von den 30 Millionen Euro, die für die Sanierung und den Ausbau der Schulen laut OB Elbers jährlich zur Verfügung stehen, zahlt allein das Land rund 17 Millionen Euro Zuschuss. Tatsächlich, so Scheffler, werden aber nur rund 10 Millionen Euro von der Stadt ausgegeben, 2012 waren es nur 6,7 Millionen. Zudem gibt es eine „Prioritätenliste“, welche Schulen wann saniert oder erweitert werden sollen. Die Liste mit ursprünglich 45 Positionen, mit Fertigstellungen über 2025 hinaus, wird aber seit mehr als zwei Jahren nicht mehr von der Verwaltung veröffentlicht. „Niemand weiß, wie die Prioritätenliste zustande kam. Kein Mensch kann nachvollziehen, warum wann welche Maßnahmen an welchen Schulen umgesetzt oder gerade nicht umgesetzt werden“, kritisiert OB-Kandidatin Koch. Außerdem seien weder die Schulen noch die Eltern an der Entwicklung des Masterplans beteiligt.

Das Goethe-Gymnasium etwa steht in der Prioritätenliste auf Platz 8, eine Sporthalle sowie eine Mensa für die Übermittagsbetreuung sollte schon seit etlichen Jahren gebaut werden. Nach dem Controllingbericht des Gebäudemanagements sollen Sporthalle und Erweiterung ab Spätsommer 2015 gebaut und 2017 fertig sein. Für das naturwissenschaftliche Heinrich-Hertz-Berufskolleg ist für die „Erweiterung und Ersatz Fachräume Chemie“, Prioritätenliste immerhin Platz 1, eine Fertigstellung bis Ende 2015 vorgesehen.

An der Apollinaris-Schule in Himmelgeist an der Itterstraße 16 wurde vor wenigen Wochen ein Anbau als Erweiterung geöffnet. „Der ist bereits jetzt zu klein für die Nachfrage aus dem angrenzenden Neubaugebiet“, so die Grüne Koch. Auch die Ganztagsplätze, die für das Neubaugebiet nötig seien, könnten nicht in der geforderten Zahl angeboten werden.

Koch fordert nun, „dass der Masterplan mit allen Beteiligten wie Eltern und Schulen abgesprochen werden muss und der Masterplan ein echter Sanierungsplan wird.“

 
 

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