Vom Umspannwerk zum Kochstudio

Architekturstudent Christian Hörmann hat den Förderpreis des Architekten- und Ingenieurvereins gewonnen.
Architekturstudent Christian Hörmann hat den Förderpreis des Architekten- und Ingenieurvereins gewonnen.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf..  Architekturstudent Christian Hörmann hat den Förderpreis des Architekten- und Ingenieurvereins gewonnen.

Ein stillgelegtes Umspannwerk der Stadtwerke wird zum Haus des Kochens: Wie das geht, zeigt Christian Hörmann. Er verwandelte die zwei Gebäude in einem Hinterhof an der Rethelstraße in eine moderne Gewerbefläche. Zwar ist die alte Ziegelstein Fassade noch erhalten, die Front des einen Hauses wird nun aber von einer Fensterwand geprägt, die den Innenraum mit ausreichend Sonnenlicht verpflegt. Außerdem zog er in dem Haupthaus eine weitere Ebene ein. „Es soll eine Fläche zum Thema Kochen werden. Während sich unten ein kleiner Kochshop mit hochwertigen Zubehör und ein Showroom für Kücheneinrichtung befindet, sind im zweiten Geschoss die Kochschule und eine Beratungsfläche zu finden“, erklärt der 25-Jährige.

Großes Lob

Realität ist das ganze jedoch nicht. Es handelt sich bei dem neuen Gebäude nämlich nur um ein Modell, eine Abschlussarbeit des Architekten-Bachelor Jahrgangs 2014 der Fachhochschule (FH) in Düsseldorf. Für seinen Entwurf erhielt der Düsseldorfer Student nun den erstmalig vergebenen Förderpreis des Architekten- und Ingenieurvereins Düsseldorf (AIV) und großes Lob von den Stadtwerken.

„Wir haben dieses Jahr unser 120-jähriges Jubiläum gefeiert und beschlossen fortan jährlich die Jugend aus unserer Arbeitsbranche zu fördern. Das machen wir mit einem 5000 Euro dotierten Preis“, erklärt Dieter Schmoll, Vorsitzender der AIV. Das Preisgeld wird aus den Mitgliedsbeiträgen der AIV für die Bachelor-Arbeiten an der Peter Behrens School of Architecture an der FH gestiftet. „Dieses Jahr mussten wir aus 82 Arbeiten auswählen, das war nicht leicht. Letztendlich entschieden wir uns für drei Gewinner. Christian Hörmann wurde Erstplatzierter, weil er Architektur, Innenarchitektur, Licht, Akustik und viele verschiedene Richtungen in seinem Entwurf vereint hat“, so Schmoll. Hörmann erhielt dafür 3000 Euro Preisgeld, die Zweitplatzierten Judith Kimmeyers und Maximilian Spee erhielten jeweils 1000 Euro. „Das Geld soll dann für Studienzwecke, wie Auslandsaufenthalte, Fortbildungen oder ähnliches verwendet werden“, erklärt der Vorsitzende der AIV.

Auch die Stadtwerke sind von Hörmanns Entwurf begeistert. „Wir haben diese zwei leerstehenden Gebäude an der Rethelstraße und wollen sie nicht einfach abreisen oder verkaufen. Also gaben wir neun Bachelor-Absolventen die Chance im Rahmen ihrer Abschlussarbeit uns einen Entwurf für die Neugestaltung der Gebäude zu erstellen. Die Idee von Herrn Hörmann finden wir sehr gut“, erklärt Bernhard Hintzen, Leiter des Personalmanagements und zuständig für Immobilien bei den Stadtwerken. Was genau von den Entwürfen umgesetzt wird, ist jedoch noch unklar: „Wir schauen erstmal was planungs- und bautechnisch möglich ist und werden dann aus den gesamten Entwürfen einige Aspekte zusammenbringen“, so Hintzen weiter. Sollten einige Vorschläge der Studenten tatsächlich umgesetzt werden, würden die Ideengeber jedoch eher nicht an dem Bauprozess beteiligt werden, lässt Hintzen durchblicken.

Hörmann ist das jedoch erstmal nicht wichtig, er freut sich über die große Anerkennung, immerhin habe er, wie er verrät, noch nie einen Preis vorher gewonnen. „Es ist schön, dass das Modell so viel Aufmerksamkeit bekommt. Normalerweise ist es so, dass nach einer normalen Prüfung die Modelle nach 10 Minuten weggeworfen werden“, erzählt der Student.

Sein preisgekröntes Modell, in welches er mit Planung etwa vier Monate investiert hat, wird auf jeden Fall nicht in den Müll kommen. Mit dem Preisgeld will Hörmann sein Master-Studium mitfinanzieren.

 
 

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