Vier Zukunftsvisionen für die Schadowstraße

Jörg Janssen

Anders soll sie werden, anders als die Kö und der Kö-Bogen mit ihren Luxusläden: die künftig über Tag den Fußgängern und den Radfahrern vorbehaltene Schadowstraße. Wie das Anderssein einer der meist frequentiertesten Einkaufsstraßen der Republik konkret werden könnte, zeigten am Dienstagabend vier von der Stadt beauftragte Künstler in der Aula des Humboldt-Gymnasiums. Rund 70 Bürger waren gekommen, um sich einen Dreiklang aus „Bürger-Parkett“, „Licht-Allee“ und „Stadt-Terrasse“ von den Schöpfern der Impulse erklären zu lassen.

Um die Weite der Straße und ihren platzartigen Charakter zu betonen, soll nach der Gruppe ein schräg gestelltes ornamentartig wirkendes Parkett etwa von der Liesegangstraße bis hinter den Kaufhof am Wehrhahn verlegt werden. Vorbild ist die Exhibition Road in London. Aus Sicht der Künstler unterstreicht das zusätzlich die Rolle der Schadowstraße als „Wohnzimmer der Stadt“.

Großflächige, teils horizontal verlegte Lichtelemente in bunten Farben sollen die vorhandene Reklame an den Außenfassaden der Geschäfte ergänzen. „Vor allem hinter Foto Koch wirkt die Straße stadtauswärts trist. Wir wollen sie aufpeppen, bunter und heiterer machen“, sagte Künstler Manuel Franke. Dagegen soll die Begrünung der Einkaufsmeile auf das Areal rund um Karstadt und C&A beschränkt bleiben. Geht es nach den Kreativen werden unterschiedlich große Bäume in teils mobilen Kübeln aufgestellt.

Ein Punkt, der prompt Kontroversen auslöste. Star-Architekt Walter Brune kritisierte in der Bürgerrunde die fehlende Auflockerung der ihm zu schnörkellos daher kommenden schneisenartigen Straße. „Bauen sie Bremsen in der Mitte ein: Cafés, Brunnen, Sitzecken, Skulpturen. Sonst wird das Ganze zu Düsseldorfs beliebtester Demo-Meile auch für jene, die ich hier samstags lieber gar nicht erst sehen will.“ Ein Einwand, den ein Anwohner aus der Goltsteinstraße prompt aufgriff: „Auch ich will hier künftig keine Teilzeit-Nazis demonstrieren sehen“, sagte er. Sinnvoller sei es, den künftigen Kö-Bogen II, der bereits ab dem Geschäft Primark beginne, in die Gestaltung mit einzubeziehen.

Lobende Worte fand dagegen Ratsherr Alexander Fils (CDU). Er gratulierte den Künstlern „zu dem Mut, hier über weite Strecken keine Baumreihen hinzusetzen“. Herbe Kritik übten mehrere Diskutanten am breiten Radweg in der Mitte der Straße (eine Vorgabe der Politik). So nannte Stefan Mühling vom Projektentwickler „Developer“ dieses Vorhaben ein „absolutes No-Go“.