Verwalter soll Hauskonto um 20 000 Euro erleichtert haben

Düsseldorf.. Zunächst waren die Mitglieder der Eigentümergemeinschaft nur genervt, weil der Hausverwalter so unsortiert schien. Doch dann fiel auf, dass seine Schusseligkeit System hatte: Damit hatte er verschleiert, dass er schon seit einiger Zeit regelmäßig in die Kasse griff. So jedenfalls lautet die Anklage gegen den 51-Jährigen. Er soll über 20 000 Euro für eigene Zwecke abgezweigt haben. Doch zum Prozess wegen Betrug, Untreue und Urkundenfälschung im Amtsgericht gestern kam er nicht.

So warteten einer der Eigentümer und die neue Hausverwalterin des Mehrfamilien-Altbauhauses in Mörsenbroich als Zeugen vorerst vergeblich auf den Mann, der wohl gehofft hatte, dass seine Selbstbedienung nicht auffällt. Sie berichteten, dass der Angeklagte seit zwei Jahren keine Jahresabschlussrechnung mehr vorgelegt, auch keine Eigentümerversammlungen mehr einberufen hatte. So konnte auch keine Kassenprüfung stattfinden. „Er hat sich immer herausgeredet, fadenscheinige Gründe vorgeschoben“, erklärte der Eigentümer. So habe der Verwalter zum Beispiel einmal behauptet, er habe die Heizkostenrechnung in seinem Ferienhaus liegen lassen.

Schließlich habe man davon genug gehabt und seinen Vertrag gekündigt. Die neue Hausverwalterin habe dann die Bücher gründlich durchgesehen und festgestellt, dass sich ihr Vorgänger immer wieder am Treuhandkonto der Eigentümergemeinschaft bedient hatte. „Er hat die laufenden Kosten bezahlt, so dass es nicht auffiel“, erklärte die Verwalterin.

Aber vom Rücklagenkonto habe er zahlreiche größere und kleinere Beträge geholt, diese mal auf sein Privatkonto überweisen, sich mal in bar auszahlen lassen. Die Anklage wirft ihm 21 Taten vor. Dafür soll es keinerlei Anlass gegeben haben, weil nichts für die Eigentümer ausgelegt hatte.

Weil der Angeklagte gestern nicht erschien, setzte das Gericht einen neuen Termin für den 9. Juli an. Damit der 51-Jährige dann sicher kommt, wird er von Polizeibeamten abgeholt.

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