Verdi lässt die Flieger am Boden

Michael Mücke
Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem Warnstreik am Flughafen bis heute 12 Uhr auf. Foto. Kai Kitschenberg.
Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem Warnstreik am Flughafen bis heute 12 Uhr auf. Foto. Kai Kitschenberg.
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf. Der Düsseldorfer Flughafen wird am Dienstag bis um 12 Uhr mittags bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi will den Flugbetrieb zeitweise lahm legen.

Ob und inwiefern ihr das gelingt, war am Montag noch völlig unklar. Die Passagiere müssen mitunter mit stundenlangen Verspätungen rechnen. Die Lufthansa hat bereits gestern über ein Dutzend Flüge von und nach München und Frankfurt für Dienstag gestrichen und bietet Alternativflüge oder Zugfahrten mit der Deutschen Bahn an.

Die bundesweit koordinierte Kampfansage von Verdi kam überraschend. Das sei die „letzte Warnung vor der Eskalation“ hieß es einen Tag vor der dritten Tarifverhandlungsrunde mit den Arbeitgebern. Für Düsseldorf bedeutet das, dass Verdi die Gepäckabfertigung, die Busdienste, den Crew-Transport und die Werkstätten für Dienstag von vier Uhr früh bis zwölf Uhr mittags zum Warnstreik aufgerufen hat. Deshalb muss mit „ erheblichen Verzögerungen bis hin zu Flugausfällen gerechnet werden“, teilte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer mit.

240 Flüge betroffen

Konkret geht es hierbei um 240 Flüge (100 Landungen und 140 Starts), die betroffen sein könnten. „Wie die Auswirkungen sein werden, können wir aber nicht sagen“, betonte Flughafen-Sprecher Christian Hinkel. Zwar sind die rund 200 Mitarbeiter der Frühschicht der „Düsseldorf Flughafen Ground Handling GmbH“ (FDGH) aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Doch die Gepäck- und Bodenabfertigung wird außerdem von der privaten Avia-Partner übernommen, die nicht streikt. Insofern sind genaue Prognosen schwierig.

Rechtzeitig informieren

Schon deshalb rät der Flughafen dringend allen Passagieren, sich vor Reiseantritt über den aktuellen Stand ihres Fluges bei der Airline oder dem Reiseveranstalter zu informieren. Informationen gibt es auch auf der Homepage des Flughafens (www.duesseldorf-international.de) und bei der Telefon-Hotline des Airports: 0211 4210.

Viele Fluggäste, die über die Medien vom Streik erfuhren, brachten bereits am Montag Abend ihre Koffer zum Late-Night-Check-In. Diese Möglichkeit boten auch einige Airlines an. Doch das wird nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Denn eine Maschine kann erst abheben, wenn die Gepäckstücke aller Passagiere verstaut sind.

Bei den Fluggesellschaften laufen die Telefone heiß. Air Berlin empfiehlt, sich vor allem auf ihrer Internet-Seite oder beim Veranstalter zu informieren. Am Montag (Stand 17 Uhr) musste Air Berlin noch keinen Düsseldorf-Flug streichen.

Ob es so bleibt, ist unklar. „Wir sind dabei, die Flugpläne anzupassen. Das wird die ganze Nacht dauern“, erklärte Sprecherin Melanie Schyja. „Wir sind alle in höchster Alarmbereitschaft.“

Zuletzt hatte Verdi vor zwei Jahren am 4. Februar zu einem Streik am Flughafen in Lohausen aufgerufen.