Verbot von Rocker-Symbolen gilt auch für Tätowierungen

Rocker müssen künftig ihre Tätowierungen verdecken, wenn sie verbotene Symbole zeigen. Im Bild: zwei Bandidos mit dem "Fat Mexican" auf ihren Kutten.
Rocker müssen künftig ihre Tätowierungen verdecken, wenn sie verbotene Symbole zeigen. Im Bild: zwei Bandidos mit dem "Fat Mexican" auf ihren Kutten.
Foto: Ulla Emig
Für manchen Rocker wird's jetzt teuer: Das Verbot für Symbole der "Hells Angels" und "Bandidos" auf den Rocker-Kutten gilt auch für Tätowierungen. Da sich diese nicht einfach ablegen lassen wie eine Jacke, müssen die Rocker nun kreativ werden. Denn: ist das Tattoo zu sehen, muss der Träger löhnen.

Düsseldorf. Das Verbot der Symbole der Rockergruppen "Hells Angels" und "Bandidos" gilt nach Darstellung der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auch für Tätowierungen. "Die Symbole sind strafbar. Dabei ist es egal, ob sie auf der Haut oder auf der Kleidung getragen werden", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Montag. In der Öffentlichkeit müssten die Rocker entsprechende Tätowierungen verdecken oder abkleben. Andernfalls werde es für sie "jeden Tag teurer". Dass die verbotene Tätowierung im Gegensatz zur Kutte nicht beschlagnahmt werden könne, sei für ein Strafverfahren kein Problem: "Sie wird als Beweis fotografisch gesichert."

Der Düsseldorfer Generalstaatsanwalt Gregor Steinforth hatte das in Düsseldorf und Köln geltende "Rockerkutten-Verbot" in der vergangenen Woche bereits ausgeweitet. Es gelte fortan auch in den Bereichen der Staatsanwaltschaften Duisburg, Kleve, Mönchengladbach, Krefeld und Wuppertal, teilte ein Behördensprecher mit. Die typischen Symbole der Rockergruppen "Hells Angels" und "Bandidos" werden dort ab sofort beschlagnahmt.

Totenschädel und "Fat Mexican"

Dabei geht es um den Totenschädel mit Helm und Engelsflügeln und den roten Schriftzug "Hells Angels". Das Oberlandesgericht Hamburg hatte entschieden, dass im Anschluss an ein Verbot der Bundesregierung aus dem Jahr 1983 die öffentliche Verwendung der Symbole als verboten anzusehen ist, auch wenn sie mit dem Zusatz eines nicht verbotenen Ortsverbandes versehen sind.

Dies gelte auch für die öffentliche Verwendung der typischen "Bandido"-Symbole, des sogenannten "Fat Mexican" und des rot-goldenen Schriftzuges "Bandidos".

Die Ankündigung zeigte bereits Wirkung: Der traditionelle Aufmarsch einer größeren Gruppe "Hells Angels" auf der Düsseldorfer Rheinkirmes blieb aus, sagte ein Polizeisprecher. Zumindest hätten sich die Rocker nicht in ihren Kutten blicken lassen. (dpa)