Unfallzahlen gehen in Düsseldorf deutlich nach oben

Dagmar Hornung
Die Zahl der Unfälle und der Unfalltoten ist in 2015 gestiegen. Die Polizei schaut mit Sorge auf das rücksichtslose Verhalten viele Verkehrsteilnehmer.
Die Zahl der Unfälle und der Unfalltoten ist in 2015 gestiegen. Die Polizei schaut mit Sorge auf das rücksichtslose Verhalten viele Verkehrsteilnehmer.
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist um 8,3 Prozent gestiegen: Senioren verursachen viele Crashs. Eine große Risikoquelle ist das Handy.

Nicht nur das Telefonieren, auch das Schreiben von SMS, das Checken der Mails und die Bedienung des Navigationsgeräts hinterm Steuer sind große Gefahrenquellen. Hohes Alter mit zunehmenden körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen gehört laut Verkehrsstatistik ebenfalls zu den häufigen Unfallursachen.

Gestern hat die Polizei die aktuellsten Zahlen für Düsseldorf vorgestellt. Demnach ist die Anzahl der Verkehrsunfälle 2015 auf 29 947 gestiegen. Im Vorjahr waren es noch 27 646. Ein Anstieg um 8,3 Prozent, der Polizeichef Norbert Wesseler besorgt und feststellen lässt: „Leider ist das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer verantwortungslos, da sie sich durch technische Geräte ablenken lassen.“ Das Nichteinhalten von Regeln wie etwa das Bedienen des Mobiltelefons, sei kein Kavaliersdelikt.

Bereits im vergangenen Jahr habe die Polizei ihre Maßnahmen gegen telefonierende Verkehrsteilnehmer um 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. 8017 Menschen sind dabei mit dem Handy erwischt worden. Zukünftig wolle die Polizei ihre Kontrollen dahingehend noch verstärken.

Trotz der vielen registrierten Unfälle bleibt eine gute Nachricht: In 27 000 Fällen blieb es bei Blechschäden. Dennoch hat sich auch die Anzahl der Verkehrstoten von zehn auf 14 erhöht. Während die Zahl der Leichtverletzten um 5,4 Prozent stieg, sank die Zahl der Schwerverletzten um 7,8 Prozent von 410 auf 378.

Weniger schwer verletzte Kinder

Die Gesamtzahl der Kinderunfälle stieg leicht von 237 auf 241, demgegenüber sank die Zahl der schwer verletzten Kinder deutlich um 23,5 Prozent. Und: „Seit sieben Jahren ist kein Kind mehr auf Düsseldorfs Straßen gestorben“, betont Georg Schulz, der in 2015 für den Bereich Verkehr verantwortlich war.

Die Verkehrsunfälle mit Radfahrern sind um 6,7 Prozent zurückgegangen, schwer verletzt haben sich 20,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Demgegenüber stehen allerdings zwei verkehrstote Radfahrer. Auch drei Kradfahrer sind im Jahr 2015 bei Verkehrsunfällen gestorben. Insgesamt ist die Zahl der Unfallbeteiligten Kradfahrer aber deutlich um 24,7 Prozent gesunken.

Unfälle mit der Straßenbahn stiegen um rund sieben Prozent, wovon nur 25 Prozent durch den Straßenbahnfahrer verursacht waren.

Gar nicht gut weg kommt die Gruppe der Senioren bei der Verkehrsstatistik: Während die Risikogruppe der jungen Erwachsenen laut Polizei kleiner werde, hätten Senioren diese abgelöst. Von 930 Unfällen bei denen Senioren als Autofahrer beteiligt waren, haben sie 705 selbst verursacht. Schulz rät älteren Menschen: „Seien sie ehrlich zu sich selbst.“ Der ADAC etwa biete spezielle Trainings an, bei denen Bürger ihre Fahrtüchtigkeit prüfen können. Und wenn ältere Menschen nicht hinter dem Steuer saßen, verletzten sie sich bei Unfällen oft schwerer.