Überall blüht uns jetzt etwas

Im Rheinpark und im Nordpark blühen zu Tausenden blaue Krokusse, rund um die Gräber des Golzheimer Friedhofs breitet sich ein Teppich aus Schneeflöckchen aus, im Rosengarten hinter dem Stadtmuseum sind noch einige knallgelbe Winterlinge zu sehen. Die blühende Botschaft: Der Frühling ist da! So trübe es zu Beginn vergangener Woche noch war, so sonnig und warm zeigte sich das Wochenende.

Rund 100 Mitarbeiter des Gartenamts sind derzeit dabei, die städtischen Grünanlagen und Friedhöfe für die schönste Jahreszeit vorzubereiten: „Wir machen Frühjahrsputz in den Parks“, sagt Silke Wiebrock vom Gartenamt. „Wir nehmen den winterlichen Grauschleifer raus, damit wieder Farbe in die Grünanlagen kommt.“

Was poetisch klingt, ist vor allem viel Arbeit: Rund 200 000 Blumen und Zwiebeln setzen die städtischen Gärtner für die Frühjahrspflanzung in die Erde. Allein im Benrather Schloss sind es 30 000, 9000 im Kö-Gärtchen. Im Ehrenhof werden demnächst 27 000 Tulpen blühen. Zuvor hatten die Gärtner stadtweit die Gehölze beschnitten, bevor am 1. März die Vogelschutzzeit begonnen hat.

Ideale Pflanzzeit für Sträucher

Auf den Wegen wird der Bewuchs entfernt, unter den Bäumen das alte Laub. In den Beeten jäten die Gärtner Unkraut und düngen, bevor Stiefmütterchen, Primeln, Hornveilchen und Vergissmeinnicht eingesetzt werden. Die Sitzgelegenheiten werden aus dem Winterquartier geholt, gesäubert, repariert, falls nötig, und in den Park- und Friedhofsanlagen aufgestellt.

In Aufräum- und Pflanzlaune sind auch die privaten Gärtner. Michaela Köhmstedt von der Baumschule Turkenburg in Hubbelrath weiß: „Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, kribbelt es den Leuten in den Fingern. Die wollen in den Garten.“ Dort gebe es jetzt schon jede Menge Möglichkeiten. „Das ist gerade die ideale Pflanzzeit für Sträucher und Bäume“, sagt Köhmstedt. Außerdem sei jetzt noch die letzte Gelegenheit für einen Rückschnitt der älteren Pflanzen.

Im Bilker Gartencenter empfiehlt Andreas Klopsch Stiefmütterchen, Tulpen, Hyazinthen und andere Blumenzwiebeln einzusetzen. „Man kann auch wunderbar den Boden fürs Pflanzen vorbereiten“, sagt Klopsch.

Dass es den Hobbygärtnern in den Fingern juckt, ist am Wochenende auch im Geschwister-Scholl-Gymnasium zu beobachten. „Wie sehen die Napoleon-Bahnen denn später aus? Klein und dick?“, fragt dort scherzend eine Besucherin. „Lang und fadenlos“, lautet die Antwort. Erstmals ist dort Saatgutfestival, Fragen wie diese gibt es viele. Imker, Bio-Bauern und Vereine, die sich um den Erhalt seltenen Saatguts und alter Sorten kümmern, haben ihre Stände aufgebaut.

Das Interesse ist riesengroß. Pastinaken- und Süßdoldensamen wechseln die Besitzer, Setzlinge von Johannisbeertomaten werden behutsam eingepackt. Wer aus dem Bergischen Land mitgebrachten Butterkohl-Samen ergattert hat, muss sich in eine Liste eintragen, so rar ist dieses Gemüse.

Wissensaustausch und Vernetzung sind die Nebeneffekte dieser Veranstaltung. So war zu erfahren, dass die Düsseldorfer Foodsharing Gruppe in Kürze eine Abgabestelle in Gerresheim haben wird. Die Foodsharer sammeln Lebensmittel, die, obwohl sie nicht verdorben sind, wegen mangelnder Schönheit vom Handel weggeschmissen werden und geben sie kostenlos weiter.

 
 

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