Tour-de-France-Start wird für Düsseldorf wohl günstiger

Christine Holthoff
Oberbürgermeister Thomas Geisel (li.) und Tour-Direktor Christian Prudhomme.
Oberbürgermeister Thomas Geisel (li.) und Tour-Direktor Christian Prudhomme.
Foto: imago/Horstmüller
Die Stadt Düsseldorf erwartet mehr Einnahmen durch Steuern und Sponsoren. Zudem ist eine Ausstiegsklausel vereinbart, falls etwa die ARD abspringt.

Düsseldorf. Die Ausrichtung des Grand Départ 2017 wird die Stadt womöglich weniger kosten, als bisher angenommen. Das gab Oberbürgermeister Thomas Geisel bei einer Pressekonferenz im Rathaus bekannt. Möglich werde das durch inzwischen absehbar höhere Einnahmen durch Gewerbesteuern und Sponsoring – etwa vom Düsseldorfer Flughafen, der sich nun vertraglich zu einer Zahlung von einer halben Million Euro verpflichtet hat. Weitere drei Millionen Euro von der Messe gelten als sicher. Bisher hatte man für den Tour-Start sechs Millionen Euro kalkuliert. „Dieser Fehlbetrag“, wie ihn Geisel nennt, wird aber wahrscheinlich „signifikant geringer werden“.

Mit der Pressekonferenz ging der OB am Donnerstag in die Offensive und reagierte damit auf Forderungen von CDU und FDP, Details des Vertrags mit dem Tour-Veranstalter A.S.O. offenzulegen. Unter anderem war gemutmaßt worden, dass Düsseldorf zu schlechte Konditionen herausgehandelt hat und zum Beispiel keine hinreichende Ausstiegsklausel im Falle eines Dopingskandals vereinbart hat. Rechtsanwalt Andreas Karpenstein, der die Stadt beim Vertragsabschluss beraten hatte, sagte hierzu: „Wenn etwa die ARD aus der Berichterstattung aussteigt, dann kann auch Düsseldorf aussteigen.“ Zudem sei es dann möglich, Schadenersatz zu verlangen. Im Falle eines Sturms oder einer terroristischen Bedrohung dürfte die Stadt mit der A.S.O. neu verhandeln.

1,7 Millionen Euro schon überwiesen

Bereits überwiesen hat Düsseldorf 1,7 von insgesamt fünf Millionen Euro für die Lizenzgebühr und so genannte Hospitality-Aktionen. Zwei weitere Zahlungen werden im Oktober dieses Jahres und kurz vor Tour-Start im Juli 2017 fällig.

Zweifel daran, dass die Stadt zu der ersten Überweisung berechtigt war, wie sie jüngst die FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann geäußert hatte, wies Stadtdirektor Burkhard Hintzsche zurück: „Wir haben damals im Rat darüber abgestimmt, ob wir den Start veranstalten wollen. Das war keine reine Interessensbekundung.“ Geisel betonte, man könne sich nicht für eine Bewerbung entscheiden und anschließend sagen, dass man sich im Falle eines Zuschlags nicht an die damit verbundenen Auflagen halten möchte.

Der Grand Départ beginnt am 29. Juni 2017 mit der Vorstellung der Teams und endet am 2. Juli 2017 mit der ersten Etappe, die nun auch wieder nach Düsseldorf zurückgeführt wird. Auch das wirke sich positiv auf den Werbewert aus. Hierbei war man ursprünglich von 30 Millionen Euro ausgegangen. Auch die würden höchstwahrscheinlich noch überschritten.