Tausende Kölner Jecken wollen zum Düsseldorfer Zoch

Glück für die Düsseldorfer Jecken: Die Rivalen aus Köln wollen ihnen in diesem Jahr zeigen, "wie Karneval richtig funktioniert".
Glück für die Düsseldorfer Jecken: Die Rivalen aus Köln wollen ihnen in diesem Jahr zeigen, "wie Karneval richtig funktioniert".
Foto: dpa
Historische Chance für Kölner Jecken: 2016 können sie zwei Mal Karneval feiern. Eine Facebookgruppe ruft zur Reise in die "verbotene Stadt" auf.

Düsseldorf. Für Düsseldorfer Ohren klingt das wie eine Drohung: "Mir kumme mit allemann vorbei" - das ist der Name einer Kölner Facebook-Gruppe, der laut Übersetzung ins Hochdeutsche ankündigt: Sie werden alle kommen, die Kölner, wenn in Düsseldorf am 13. März der ausgefallene Rosenmontagszug in Form eines Sonntagszuges nachgeholt wird.

Über 3200 Nutzer haben ihre Zusage bereits mitgeteilt. Über 12.000 zeigen sich "interessiert". Das hat eine gewisse historische Größe. Denn erstens schien es bislang undenkbar, dass Kölner ausgerechnet ins rivalisierende Düsseldorf fahren, um dort Karneval zu feiern. Und zweitens findet der Düsseldorfer Zug normalerweise zeitgleich mit dem der Kölner statt. Allein aus Zeitgründen konnten die verfeindeten - oder sagen wir: konkurrierenden - Jecken bislang so gut wie nie zusammenfinden.

So großartig wie ein Dom mit vier Türmen

Nun dürfte den Domstadt-Jecken ein Dilemma geplagt haben: Einerseits wäre so ein doppelter Karneval ähnlich großartig wie ein Dom mit vier Türmen; oder zwei "halve Hähne", also quasi ein "janzer Hahn". Andererseits ist Düsseldorf für den Kölner, der ja sonst als weltoffen gilt, in dieser speziellen Frage aber an Ignoranz kaum zu überbieten ist, nicht weniger als "die verbotene Stadt".

Das Gesicht wahrt der Kölner Jeck mit diesem Dreh: Man werde den Düsseldorfern am 13. März mal zeigen, "wie Karneval richtig funktioniert", heißt es bei der Facebook-Gruppe. Und in Düsseldorf wird man sich wahrscheinlich über den exotischen Besuch freuen.

Ob in diesem Jahr mit mehr Besuchern zu rechnen ist, ist noch nicht klar. Die Organisatoren waren bislang nicht für eine Einschätzung zu erreichen. (pen)