Tausende bei Demo gegen Rauchverbot am Landtag erwartet

Von Rüdiger Hoff
Das Rauchverbot in Festsälen wird kontrovers diskutiert. Archivbild: Christian Peus
Das Rauchverbot in Festsälen wird kontrovers diskutiert. Archivbild: Christian Peus

Düsseldorf. Fortuna, Rockmusik und Alt dominieren die Szenerie in „Till’s Eleven“. Und nicht mehr die Kippen. „Das verschärfte Rauchverbot gefährdet die Existenz vieler Kollegen. Das wollen wir nicht tatenlos hinnehmen, sondern aktiv ein Zeichen gegen die Bevormundung setzen“, betont Annette Helmus, Wirtin der Altstadtgaststätte in der Liefergasse.

Sie ist die Initiatorin für die Demo gegen das verschärfte Rauchverbot am kommenden Samstag. Gastronomen, Karnevalisten und Schützen ziehen gemeinsam durch die Stadt, um gegen das von Rot-Grün verabschiedete NRW-Gesetz zu protestieren. Annette Helmus hofft auf mehrere 1000 Teilnehmer.

„Ich bin in jedem Fall dabei“, sagt Josef Hinkel, der auch zum Mikro greifen will. „Durch das Gesetz werden meiner Meinung nach eindeutig Freiheitsrechte beschnitten“, so der Karnevals-Chef. Seine Mitglieder hat das CC nicht explizit zum Mitmachen bei der Demo aufgerufen, „weil das Thema ohnehin in aller Munde ist“, meint Hinkel.

Der Dachverband der Schützen hat die Einladung zur Kundgebung auf die Startseite ihres Internetauftritts gestellt. „Außerdem haben wir alle unsere Verein per E-Mail angeschrieben. Durch das strikte Verbot drohen leere Festzelte und entsprechend schlechte Stimmung. Von Gemütlichkeit kann keine Rede mehr sein. Das ist ein akutes Problem, das wollen wir bei der Demo deutlich zum Ausdruck bringen“, betont Klaus Peter Dahmen, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Düsseldorfer Schützenvereine (IGDS).

Wenig Hoffnung

Der Dachverband, dem 48 Vereine und knapp 15 000 Mitglieder angehören, unterstützt auch die Volksinitiative (Infos unter nrw.mehr-demokratie.de), die NRW-weit Unterschriften gegen das Gesetz sammelt. 66 000 sind nötig, damit sich der Landtag erneut mit dem Thema beschäftigen muss.

„Die werden garantiert schnell zusammen sein“, ist sich Dahmen sicher. Entsprechende Vordrucke hat die IGDS längst an ihre Vereine verschickt.

Derweil macht Reiner Spenke vom Hotel- und Gaststättenverband den Demonstranten wenig Hoffnung: „Das Gesetz ist bis zum Bundesverfassungsgericht durchgeklagt. Ich fürchte, da lässt sich nichts mehr ändern.“

„Kein Grund die Flinte ins Korn zu werden“, hält Josef Hinkel dagegen: „Wenn man etwas als ungerecht empfindet, sollte man das deutlich zum Ausdruck bringen. Nur so kann man vielleicht einen Impuls für ein Umdenken geben.“

Deshalb macht er am Samstag mit, wenn die Protestler sich um 12 Uhr auf der Wiese vor dem Apollo-Theater treffen, um für den blauen Dunst in Kneipen und bei Brauchtumsfesten zu werben.

Neben Hinkel haben sich als Redner Thomas Jarzombek (CDU), Mitglied des Bundestages, FDP-Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Herbert Napp (CDU), Bürgermeister von Neuss, und Schützenoberst Günther Pannenbecker angesagt. Außerdem werden zu den Protestlern verschiedene Vertreter der Gastronomie, Vereine und Verbände sprechen.

Die Demonstranten ziehen vom Apolloplatz aus über die Haroldstraße, Graf-Adolf-Platz, Breite Straße, Heine-Allee und Grabbeplatz bis zur Lieferstraße, wo eine Bühne für die Abschlusskundgebung aufgebaut wird.

Ein zweiter Demo-Zug macht sich, ebenfalls um 12 Uhr, vom DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße 34 (nahe Hauptbahnhof) aus auf den Weg in Richtung Liefergasse.