Taschendiebe machen die Düsseldorfer Altstadt unsicher

Michael Mücke
Banden von Taschendieben machen die Altstadt unsicher. Polizeipräsident Norbert Wesseler will den Druck auf Diebe und Einbrecher erhöhen.
Banden von Taschendieben machen die Altstadt unsicher. Polizeipräsident Norbert Wesseler will den Druck auf Diebe und Einbrecher erhöhen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Polizei in Düsseldorf schlägt Alarm: Die Zahl der Taschendiebstähle ist dramatisch gestiegen, und zwar um fast 44 Prozent auf knapp 8300 Delikte. Vor allem auf der beliebten Flaniermeile "Kö" sind die Diebe - größtenteils organisierte Banden aus Südamerika und dem Balkan - unterwegs.

Düsseldorf. Mehr als 8000 mal haben Taschendiebe im vergangenen Jahr in Düsseldorf zugeschlagen. Vor allem organisierte Täter-Gruppen aus Südamerika und dem Balkan machen die Altstadt unsicher, wo über 80 Prozent der Taschendiebstähle registriert werden. Die Aufklärungsquote liegt hier mit fünf Prozent äußerst niedrig.

Kripo-Chef Jürgen Schneider kündigte Schwerpunktaktionen gegen diese Banden an und will mit Kampagnen potenzielle Opfer besser über die Tricks der Täter (beispielsweise das „Antanzen in der Disco“) informieren. Man müsse flächendeckend den Druck auf Diebe und Hehler und ihr kriminelles Umfeld erhöhen, betonte der leitende Kriminaldirektor. Auch werde man verstärkt verdeckt ermitteln - von der Observation bis zur Telefonüberwachung.

In Düsseldorf machen Diebe fette Beute

Die Diebstahlsdelikte verhageln mal wieder die Kriminalitätsstatistik. Sie machen inzwischen mehr als die Hälfte (50,69 Prozent) der Gesamtkriminalität aus. Der Schaden ist immens: über 51,6 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr. Düsseldorf mit dem Ruf einer „reichen Stadt“ (Jürgen Schneider) zieht immer mehr Kriminelle an. „Wenn man hier stiehlt, lohnt sich die Beute in der Regel auch.“

Dass die Gesamtzahl der Straftaten endlich wieder, wenn auch geringfügig, um 1,18 Prozent auf 87.610 sank, erfreut zwar den neuen Polizeipräsidenten Norbert Wesseler, die geringste Aufklärungsquote seit 2008 mit nur 44,84 Prozent ist ihm aber ein Dorn im Auge. Polizeipräsident Wesseler will die Quote verbessern. „Da ist noch Luft nach oben drin.“ Realisiert werden soll dies unter anderem mit Schwerpunktaktionen, aber auch mit einer besseren Präsenz der Polizei auf Düsseldorfs Straßen. Das Zeichen, das gesetzt werden soll, sei eindeutig: Düsseldorf darf „kein attraktiver Ort für Einbrecher, Taschendiebe und andere Straftäter“ sein, so Wesseler.

Weniger Wohnungseinbrüche

Dass die Polizei durchaus in der Lage ist, erfolgreich und schlagkräftig zu sein, zeigen die Erfolge gegen die Wohnungseinbrecher, die sowohl auf die Initiative des Innenministers („Riegel vor“) als auch auf eigene Aktionen der Düsseldorfer Polizei („Projekt gegen Anstiegsdelikte“) zurück gehen. Hier kann das Präsidium die besten Zahlen vorlegen: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging um über 16,3 Prozent auf 2680 zurück. Die Aufklärungsquote stieg leicht an und aufgrund der besseren technischen Sicherungen der Bewohner gelingt es fast jedem zweiter Täter nicht mehr, in die Wohnung einzudringen.

Das etwa 50-köpfige Fahndungsteam („Projekt Anstiegsdelikte“) gegen Einbrecher und Diebe konnte im Vorjahr 225 Verdächtige festnehmen und ertappte 56 davon auf frischer Tat. Gegen 90 Täter wurde ein Haftbefehl erwirkt.

Polizeipräsident Wesseler versicherte, dass weiter mit großen Einsätzen gezielt gegen die Einbrecher vorgegangen werde. Die Entwicklung „werden wir sehr genau beo-bachten“.

Positiv ist der weitere Rückgang der Jugendkriminalität Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren verringerte sich um 312 auf nunmehr 5383. Wichtig seien hier auch die „beschleunigte Verfahren“, so Wesseler, der bei der Bekämpfung der Jugendkriminalität auch die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft lobte.