Strenggläubiger Moslem täuschte Zimmer beim CVJM vor

Katharina Rüth
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Düsseldorf. Wegen Urkundenfälschung und Beleidigung sollte sich gestern ein 25-Jähriger vor dem Amtsgericht verantworten. Der junge Mann, der laut Staatsanwaltschaft dem salafistischen Umfeld zuzurechnen ist, soll versucht haben, Mietverträge mit dem CVJM zu fälschen. Und er soll Polizisten beleidigt haben, die ihn kontrollierten. Doch der Angeklagte erschien nicht – wegen Zahnschmerzen.

So jedenfalls berichtete es der Verteidiger: Sein Mandant habe ihn angerufen, wolle ein Attest faxen. Im Vorfeld des Prozesses hatte der Anwalt bereits mitgeteilt, dass der Angeklagte wegen seiner Religion Probleme habe, vor dem Gericht aufzustehen. Erst in der letzten Woche hatte ein Amtsrichter einen jungen Mann deswegen zu einer Woche Ordnungshaft verurteilt.

Der 25-Jährige hat laut Anklage am 8. November 2011 versucht, mit einem gefälschten Mietvertrag für ein Zimmer im CVJM-Heim Hartz IV zu bekommen. Weil er aber den Antrag in Sichtweite des Arge-Schalters ausfüllte und dabei auch die Unterschrift des Leiters der christlichen Einrichtung auf den Antrag kam, fiel die Fälschung auf. Auch beim zweiten Versuch sechs Wochen später glaubte man ihm nicht.

Außerdem soll der Angeklagte Polizisten beleidigt haben. Die hatten von ihm und anderen Personen, die sie wegen ihrer Gewaltbereitschaft im Auge behält, den Ausweis sehen wollen. Dagegen soll er sich mit der Beschimpfung „Nazis!“ und „hässliche Hilfspolizisten“ gewehrt haben.

Das Gericht erließ gestern einen Strafbefehl über ein Jahr Haft auf Bewährung und legte dem 25-Jährigen auf, sich von einem Bewährungshelfer betreuen zu lassen. Der Anwalt wies darauf hin, dass das möglichst keine Frau sein sollte. Gegen den Strafbefehl kann der 25-Jährige noch Einspruch einlegen.