Stadt Düsseldorf will mit Car Sharing Parkplatznot bekämpfen

Im Frühjahr 2012 starten die Stadt Düsseldorf und der Anbieter "Car to go" ein Car-Sharing-Projekt in der Landeshauptstadt. Registrierte Kunden können ein Fahrzeug mieten und an jeder beliebigen Stelle abstellen. Bezahlt wird nur die Zeit, in der Wagen tatsächlich genutzt wurde.

Düsseldorf. Die Tinte ist noch frisch, die Partner sind sich schnell einig geworden. Vergangene Woche machten der inzwischen international tätige Car-Sharing-Anbieter „Car to go“ und die Stadt Düsseldorf den Deal perfekt. Das Unternehmen und Verkehrsdezernent Stephan Keller unterschrieben den Kooperationsvertrag für das Pilotprojekt. Start ist Frühjahr 2012. Mit 200 kleinen Smarts dürfen Automieter in der Stadt kostenlos parken. „Wir hoffen, dass dann der eine oder andere Nutzer zum Ergebnis kommt, auf ein eigenes Auto zu verzichten“, betont der Referent des Verkehrsdezernenten, Bernd Thomas.

Der Verkehr in Düsseldorf nimmt immer mehr zu. Gegen die Parkplatznot vor allem in den Gründerzeitvierteln wie Oberkassel kämpfen die Planer vergeblich an. Es gibt nur wenige Standorte für den Bau neuer Quartiersgaragen. Aber auch die wären lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Deshalb kamen CDU und FDP auf die Idee, im größeren Stile wie in Ulm Car-Sharing anzubieten. Denn je öfter ein Auto am Tage genutzt wird, um so weniger Parkplätze werden blockiert.

Öffentliche Parkplätze zum Nulltarif nutzen

Die Politik sprach plötzlich mit einer Stimme. Auch die Opposition und der alternative Verkehrsclub begrüßten den Vorstoß. Das Unternehmen „Car to go“, das seine Existenz einer Daimler-Schmiede für innovative Verkehrskonzepte verdankt, will noch in diesem Jahr seine Pläne für Düsseldorf vorstellen.

Das Prinzip ist das gleiche: Der Kunde lässt sich einmal registrieren, bekommt einen Chip auf seinen Führerschein gepappt. An der Windschutzscheibe des Mietwagen ist ein Lesegerät installiert. Sobald das den Chip „akzeptiert“, öffnet sich die Fahrertür: Einsteigen, Code eingeben - los geht’s.

Die Preise werden sich voraussichtlich an denen in Hamburg orientieren. Dort kostet die Minute 29 Cent, die Stunde 14,90 Euro. Das Auto kann überall im Stadtgebiet wieder abgestellt werden und wird für den nächsten Kunden über GPS-Satelliten mit Internet oder mit dem iPhone geortet. Der Clou: Der Fahrer darf auch öffentliche Parkplätze nutzen, ohne ein Ticket lösen zu müssen. Die Firma rechnet später pauschal mit der Stadt ab. „Dafür haben wir Verrechnungssätze vereinbart“, erklärt Referent Thomas.

 
 

EURE FAVORITEN