Staatsschutz ermittelt in Erkrath wegen Nazi-Flugblättern

Foto: Judith Michaelis

Erkrath.. In Erkrath sorgen sich Anwohner wegen Krawallen am S-Bahnhof während des Wochenendes. Zeugen ordneten die Störer der rechten Szene zu. Weil ein Stapel Nazi-verherrlichender Flugblätter gefunden wurde, ermittelt der Staatsschutz.

Insgesamt fünf Einsätze meldete die Polizei in Erkrath am Wochenende. Den Anfang machte eine sich anbahnende Schlägerei am Freitagabend. Als die Beamten eintrafen, hatte sich die Gruppe zur Albert-Schweitzer-Schule zurück gezogen. „Die waren keiner Szene zuzuordnen“, sagt Polizeisprecher Frank Sobotta. Aus dem Kreis der Jugendlichen habe es geheißen, es gehe um eine Auseinandersetzung „Erkrath gegen Hochdahl“. Noch dreimal riefen Anwohner wegen Krawallen die Polizei. Schließlich wurden am Sonntagabend ein Stapel Nazi-verherrlichender Flugblätter am Bahnhof gefunden. „Der Staatsschutz ermittelt“, erklärt Sobotta.

Bürgermeister soll im Hauptausschuss berichten

Besorgte Anwohner wandten sich an Ratsmitglied Marc Hildebrand (CDU). „So langsam häufen sich die Besuche Wuppertaler Neonazis in Erkrath“, klagt der Politiker. Er schlägt vor, die Dächer über der Fahrradanlage abreißen zu lassen, weil sie als Unterstand genutzt werden. Das Ordnungsamt solle Jugendliche, die sich am Bahnhof aufhalten, ansprechen.

Detlef Ehlert, SPD-Fraktionsvorsitzender, äußert sich zurückhaltend zu den Vorfällen: „Das ist etwas vage.“ Ob es sich tatsächlich um Neonazis handele, könne er nicht bewerten. Er habe Bürgermeister Arno Werner (CDU) gebeten, nächste Woche in der Sitzung des Hauptausschusses über die Maßnahmen der Verwaltung zu berichten. „Wir haben eine Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Stadtverwaltung“, betont Ehlert.

Im Dezember waren rechtsextreme Flugblätter in Erkrather Briefkästen verteilt, Aufkleber an Haltestellen angebracht worden. Damals rühmten sich Wuppertaler auf einer Internetseite, in Erkrath eine Werbeaktion durchgeführt zu haben.

„Wir sind etwas überfragt“

Laut Jugend- und Sozialamtsleiter Uwe Krüger gibt es keine rechte Szene, die sich in Erkrath aufhält. „Wir sind etwas überfragt“, gibt Krüger zu. Aus den Jugendeinrichtungen gebe es keine Informationen zu der Flyer-Aktion vom Wochenende. Eventuell kämen aus Wuppertal Gruppen mit der S-Bahn in die Stadt, um Reklame zu machen. Für Angebote der offenen Jugendarbeit gebe es dann in Erkrath keinen ausreichenden Ansatzpunkt.

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