Spontan Spielhalle überfallen

Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool

Düsseldorf.. Das Pech kam knüppeldick für Bruno E.: Er wurde krank, verlor seinen Job und seine Frau. Und Arbeitslosengeld erhielt er auch nicht. Da kam dem 53-Jährigen spontan eine fatale Idee: Er überfiel eine Spielhalle. Und sechs Wochen später noch eine. Aber anschließend packte ihn die Reue. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht verantworten.

Den ersten Überfall beging er am Morgen des 23. Januar 2012. Eigentlich habe er in dem Neusser Automatensalon einen Kaffee trinken und ein bisschen spielen wollen, sagte der Angeklagte. „Auf einmal habe ich das Messer herausgeholt, das war ganz spontan.“ Er bedrohte die Kassiererin, forderte Bargeld. Sie übergab ihm daraufhin die 950 Euro.

„Danach bin ich erstmal in mich reingegangen“, schilderte der Angeklagte seine anschließende Nachdenklichkeit. „Ich habe den ganzen Tag gegrübelt und ins Nichts gestarrt.“ Ihm sei klar gewesen, dass das „Mist“ war. Auch auf Nachfragen beteuerte er, dass der Überfall eine Spontanaktion war. Als Erklärung für das Messer führte er an, er habe das immer bei sich gehabt: Bei seinem letzten Job als Staplerfahrer habe er damit beschädigte Säcke zerschnitten.

Den zweiten Überfall auf eine Spielhalle an der Aderstraße – das gab er zu – hatte er jedoch gezielt begangen. Zuvor hatte er mit Bekannten etwas getrunken, sich dann dem Lokal genähert. Zunächst hatte er sich drinnen umgesehen, war wieder hinausgegangen, hatte die Räumlichkeiten erneut betreten: „Da war ich allein mit der Kassiererin.“Als die jedoch um Hilfe schrie, drohte, die Polizei zu rufen, war er ohne Beute davongelaufen.

Später meldete sich das schlechte Gewissen, er stellte sich freiwillig bei der Polizei. Ob ihm das für ein mildes Urteil angerechnet wird, entscheidet sich am 19. Juni.

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