Sperrung der beiden A46-Tunnel in Düsseldorf sorgt für Ärger

Bereits im vorigen Dezember war das Werstener Kreuz wegen der Tunnelsperrungen verstopft.
Bereits im vorigen Dezember war das Werstener Kreuz wegen der Tunnelsperrungen verstopft.
Foto: Schaller
Der Landesbetrieb Straßen NRW sperrt am Wochenende erneut die beiden Tunnel am Werstener Kreuz auf der A 46 in Düsseldorf. Das sorgt für Ärger.

Düsseldorf.. Es ist die fünfte Sperrung der Tunnel am Werstener Kreuz, aber gefühlt ist es die 27. Am kommenden Wochenende werden die beiden Röhren auf der A 46 erneut dicht gemacht. In beide Richtungen. Von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 23 Uhr, geht mal wieder nichts mehr. Und wieder wird sich der Verkehr auf der Autobahn, auf den Zubringern und vielen Hauptstraßen im Düsseldorfer Süden kilometerweit knubbeln.

Der Landesbetrieb Straßen NRW gibt als Grund an, eine externe Firma müsse die neue Sicherheitstechnik überprüfen. Getestet werden, das erfuhr die NRZ auf Nachfrage, das Zusammenspiel der Verkehrstechnik, Schranken zur automatisierten Sperrung der Autobahn, die Tunnelsperranlage mit den Wechselverkehrszeichen und weitere Sensorik. Das war vor exakt drei Wochen genauso, denn gerade einmal so lange liegt die letzte Sperrung zurück.

Sperrung ist laut Straßen NRW unvermeidbar

„Ich kann ja verstehen, dass die Sicherheit überprüft werden muss, aber so etwas muss man doch nicht über Monate hinziehen“, sagt Marco Pleus. Der 43-jährige Werstener muss auch schon mal an Samstagen beruflich in die Düsseldorfer City und dann das Gebiet um die A 46 weiträumig umfahren. „Doch selbst auf der Münchner Straße Richtung Südring – und andersherum – steht man im Stau.“

Muss das so sein? Ja muss es, sagen die Verantwortlichen bei Straßen NRW. „Wenn das alles schneller zu machen ginge, würden wir es tun“, sagt Sprecher Nobert Cleve. „Wenn die Sicherheitstechnik überprüft wird, muss Personal auf die Fahrbahn.“ Und auch da gelte der Sicherheitsaspekt, dann müsse man eben die Autobahn sperren.

Bezirksbürgermeister kritisiert mangelhafte Kommunikation

Fertiggestellt sind in den Ende der 1980er Jahre erbauten Tunneln bereits Belüftungs- und Brandmeldesystem, Beleuchtung, Fluchtwegkennzeichnung, Fluchttüren und Notrufkennung. Seit vier Jahren wird die Sicherheitstechnik in den beiden Röhren in stets parallel laufenden Arbeitsschritten sukzessive nachgerüstet. Unter anderem dazu kamen zuletzt Videoüberwachung, Tunnelfunk, Löschwasserversorgung und visuelle Leittechnik, die sich dem Licht außerhalb des Tunnels anpasst. So taucht der Autofahrer angenehmer – und verkehrssicherer – in den Tunnel ein.

„Die Kommunikation von Straßen NRW ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung“, sagt dennoch Udo Skalnik, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Wersten bis Urdenbach. „Es kann nicht sein, dass die betroffenen Bürger das alles immer nur aus der Presse erfahren.“ Norbert Cleve räumt ein: „Wir haben am Anfang der Arbeiten umfangreicher informiert als zuletzt. Vielleicht sollten wir das wieder tun.“

BI Wersten Aktiv: Der Landesbetrieb sei eine „Mafia für sich“

Eckart Schunk, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Wersten aktiv“, die sich in den 80ern im Zuge des Tunnelbaus gegründet hat, geht noch einen Schritt weiter und nennt Straßen NRW eine „Mafia für sich“. Er selbst sei Diplom-Ingenieur und kenne sich mit Sicherheitstechnik aus. Er verstehe nicht, „warum man für solche Tests zwei und mehr Wochenenden braucht“.

Der Landesbetrieb geht gar davon aus, dass weitere Tunnelsperrungen folgen, eine wohl noch während der aktuellen Sommerferien im August. Da will Straßen NRW noch einmal überprüfen, was die externe Sicherheitsfirma bereits getestet hat. Zudem soll es bald eine realistische Notfallübung mit Rettungskräften geben. Wenn die Arbeiten vollständig abgeschlossen sind, hat Straßen NRW rund zehn Millionen Euro aus Bundesmitteln investiert.

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