SPD verleiht Preise an Düsseldorfer Ehrenamtliche

Unterschiedlichste Menschen, unterschiedlichestes Engagement, ein Ziel: die Gesellschaft ein kleines Stück besser machen.
Unterschiedlichste Menschen, unterschiedlichestes Engagement, ein Ziel: die Gesellschaft ein kleines Stück besser machen.
Foto: Christine Holthoff
Beim Ehrenamtstag der SPD im Schloss Jägerhof standen am Sonntag jene Menschen im Mittelpunkt, die sonst immer für andere da sind.

Sie unterstützen Flüchtlinge, engagieren sich gegen Rechts oder begleiten Sterbende – ehrenamtliches Engagement hat viele Gesichter. Beim Ehrenamtstag der SPD ist gestern ein Teil der rund 70 000 freiwilligen Helfer der Landeshauptstadt ausgezeichnet worden. Vertreter aus Politik, Kultur und Gesellschaft überreichten im Schloss Jägerhof die bronzenen Radschläger.

„Viele Projekte wären in unserem Gemeinwesen vergeblich, ließen sich nicht immer wieder Menschen finden, die bereit wären mitzuhelfen“, sagte Landtagspräsidentin Carina Gödecke in ihrer Festrede: „Menschen, die eben nicht sagen: ‘Man kann doch sowieso nicht allen helfen’ und dann letztlich keinem helfen.“

Tersteegen-Gemeinde engagiert sich für Flüchtlinge

Jene, die anpacken, die tatsächlich tun statt nur zu reden, erhielten gestern ein Stück Anerkennung. So ging der Preis in der Kategorie Gemeinwohl an sechs Reporter, die die Heimspiele von Fortuna Düsseldorf für Blinde und Sehbehinderte erlebbar machen. Stefan Felix nahm den Radschläger stellvertretend für seine Kollegen entgegen und – das war ihm wichtig – „auch im Namen von Fortuna: Das ist seit 35 Jahren der erste Titel, den wir kriegen“, scherzte er.

Die Auszeichnung in der Kategorie Migration und Integration erhielt Sabine Filitz. Sie stehe als Frau der ersten Stunde für das vorbildliche Engagement von rund 80 Bürgern für 250 Flüchtlinge in der Golzheimer Tersteegen-Gemeinde.

SJD arbeitet präventiv gegen Rassismus

Beispielhaften Einsatz für Kinder und Jugendliche leistet der Jugendverband SJD – Die Falken. Preisträgerin Vanessa Terporten ist dort seit vier Jahren aktiv, betreut Ferienfreizeiten und engagiert sich zusammen mit den Kindern und Jugendlichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

In der Kategorie Gesellschaftspolitik ging der Radschläger an die ehrenamtlichen Düsseldorfer Hospiz- und Palliativmitarbeiter. Indem sie Sterbende begleiten, seien sie nicht nur eine wichtige Stütze für die Betroffenen und ihre Angehörigen, sondern rückten das Thema auch ins öffentliche Bewusstsein.

Ehrenamt als Gegenentwurf zu Ausgrenzung

Einen Sonderpreis gab es für die Kulturliste Düsseldorf, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kunst und Kultur jedem zugänglich zu machen. Dafür spendieren sie einkommensschwachen Menschen unter anderem Besuche im Theater, in der Oper oder im Kino.

Gerade in der aktuellen Zeit, in der Gruppierungen wie Dügida den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden, sei das Ehrenamt wichtiger denn je, betonte Gödecke: „Denn ehrenamtliches Engagement ist genau der Gegenentwurf zu Ausgrenzung und Intoleranz.“

Doch die Landtagspräsidentin mahnte auch: Damit das Ehrenamt lebendig bleibe, müsse man es stärker anerkennen. Etwa durch Berücksichtigung in Schulzeugnissen oder leichteren Freistellungen vom Job.

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