SPD nominiert Thomas Geisel einstimmig zum OB-Kandidaten

Partei-Chef Andreas Rimkus (rechts) und Bürgermeisterin Gudrun Hock gratulierten Thomas Geisel am Freitag Abend zur Nominierung als OB-Kandidat der Düsseldorfer SPD.
Partei-Chef Andreas Rimkus (rechts) und Bürgermeisterin Gudrun Hock gratulierten Thomas Geisel am Freitag Abend zur Nominierung als OB-Kandidat der Düsseldorfer SPD.
Foto: WAZ

Düsseldorf..  Grandioser Auftritt am Freitag Abend beim Parteitag der SPD in Flingern: OB-Kandidat Thomas Geisel zeigte sich ruhig aber angriffslustig.

Selbstbewusstsein pur am Freitag Abend beim Parteitag der SPD: Die Düsseldorfer Sozialdemokraten verspüren einen Schub, gehen mit Zuversicht in die Kommunalwahl im kommenden Jahr. Und sie wollen das Rathaus zurück erobern. Vor allem ein Mann soll’s richtig: Ex-Eon-Manager und Rechtsanwalt Thomas Geisel. Er soll im kommenden Jahr für die SPD den Chefposten im Rathaus holen und Amtsinhaber Dirk Elbers von der CDU ablösen.

Mit allen Stimmen der im Chapiteau am Flinger Broich anwesenden 150 Delegierten und den zahlreichen Gästen wurde der im schwäbischen Ellwangen geborene Geisel zum OB-Kandidaten nominiert. Zuvor hielt er eine 40-minütige Rede. Mit der machte der eingefleischte Sozialdemokrat (30 Jahren in der Partei) deutlich: „Ich will Oberbürgermeister in Düsseldorf werden!“

Immer wieder wurde Geisels Rede von Applaus unterbrochen und am Ende mit zweiminütigen stehenden Ovationen gefeiert. Das war Balsam pur für die sozialdemokratische Parteiseele. SPD-Chef Andreas Rimkus, auch Kandidat für den Bundestag, brachte es auf den Punkt: „Eine Riesenrede – ein starker Mann für ein starkes Düsseldorf!“

Die aus SPD-Sicht verfehlte Wohnungspolitik der schwarz-gelben Stadtrats-Mehrheit, Mängel bei der Verkehrspolitik, die Konzentration auf die Innenstadt und nicht auf die Stadtteile, sowie die schwache Führung durch den derzeitigen Oberbürgermeister waren Hauptpunkte von Thomas Geisel. Er gab sich, typisch schwäbisch, in seiner Rede verbal eher ruhig, ließ es aber an Angriffslustigkeit in seiner Wortwahl nicht fehlen. Dem Amtsinhaber warf Geisel fehlende Führungskultur vor („Der Fisch stinkt vom Kopf“), der nicht wisse, wo die Reise hingeht. Und er nannte den Feuerwehr-Streit: „Wegen einer Bagatelle suspendiert man keine Mitarbeiter, die die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen um andere Menschen zu retten.“

Auch für eine andere politische Kultur will Geisel nach seiner Wahl stehen. Er bemängelte das extreme Lagerdenken in der Düsseldorfer Politik: „Vorschläge zur Kommunalpolitik werden nicht nach ihrer inhaltlichen Güte beurteilt sondern nach ihrem Absender.“ Und: Es sei erstaunlich, dass der OB als Vorsitzender des Stadtrates kaum eine Bemerkung von SPD, Grünen und Linken unkommentiert lässt: „Mit einem zivilisierten Umgang unter Demokraten hat dies wenig zu tun.“

Dem amtierenden OB warf Geisel erneut vor, von der Substanz und dem politischen und planerischen Nachlass von Joachim Erwin zu leben: „Es reicht aber nicht, sich eitel im Lichte der Errungenschaften anderer zu sonnen und die Dinge treiben zu lassen und Entwicklungen zu verschlafen. Wer das tut, verspielt die Zukunft unserer Stadt!“

Fünf Jahre Stagnation, so Geisel zu seinen Genossen, sind genug: „Lasst uns Düsseldorf zu einer Großstadt für alle machen. Lasst uns gemeinsam diese Stadt wieder voran bringen.“

 

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