Sonne, Stimmung und neue Talente bei der Jazz-Rally

Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.. Erfrischendes Konzert in einer vielseitigen Jazz-Rally, die bei 92 Konzerten rund 300 000 Besucher anlockte, die friedlich und bei herrlichem Sonnenschein den rund 500 Musikern zuhörten, betonte Otto Lindner vom Veranstalter Destination Düsseldorf.

Spannung, Rhythmus, Tempo, eben „groove“, so führt der Bassist die Band „Sponge“ durch einen Funky- und Fusion-Jazz-Abend im FFT Juta im Wilhelm-Marx Haus. Locker geht Simon Zauels durch die Läufe, haut auf die Saiten, slapping genannt, oder gibt melodiös und virtuos Posaune, Saxophon und Gitarre mit dem erstaunlichen Keyboarder das Rhythmische Fundament. Zauels könnte Titelbilder nicht nur von Musik-Zeitschriften zieren, aber überzeugend ist der coole 20-Jährige vor allem am Bass: Eine Entdeckung, wie er Stücke von Marcus Miller gibt, immerhin einer Jazz-Legende, die mit Miles Davis ebenso glänzte wie mit Roberta Flack. Die junge Band aus der Gegend von Bonn überzeugte insgesamt mit ihrem erfrischenden FunkyJazz.

Junge Talente auch beim Sparda Jazz Award 2012: Posaunist Max von Einem (Band „Einem Art“) als Sieger durfte sogar mit Rally-Schirmherr Klaus Doldinger im Zelt am Burgplatz auftreten. Dort verführte zuvor Ola Onabulé mit seiner Soul-Stimme trotz großer Hitze das gedrängt stehende Publikum zum Mittanzen. Vor dem Uerige und dem Schiffchen in der Altstadt war zwei Abende lang kein Durchkommen mehr. Dixieland-Musiker erzählen Uralt-Witze, hier wird Jazz mit Skiffle und Dixie, mit Banjo, Trompete und manchmal etwas abgedroschenen Stücken definiert.

Rasende Läufe

Nur wenige Schritte weiter in der Berger Kirche eine lichte Atmosphäre und Jazz, wie er in Düsseldorf leider kaum noch zu hören ist: Lyrisch liebevoll beginnt das Vibraphon, die Harmonien, die Mathias Haus mit vier Schlägeln in den Händen erzeugt, schwingen durch die voll besetzte Berger Kirche. Und gehen über rasende Läufe, die den Zuhörer in die Musik magisch hineinziehen.

Begleitet und abgelöst durch Solos von Duo-Partner Philipp van Endert an der Gitarre, der komplexe Akkorde jazzig aufblättert. Haus und van Endert, in Düsseldorf viel zu selten zu hören, geben Kompositionen ihrer neuen CD „two above the open sea“. Dabei auch „Rosebud“ von van Endert und das immer wieder bezaubernde „Marie“, das Haus für seine Frau komponierte.

Das Gegenprogramm zu dem in der Berger Kirche lief am Nachmittag am Rheinufer: Die lustige Band „Blow“ hatte mit ihren Salsa-Reggae-Rhythmen und Sängerin Kathie an den vollbesetzen Kasematten Mühe, sich gegen die grölende Meute der Junggesellen-Abschiede durchzusetzen. Aber alles in allem gilt der Satz von Boris Neisser vom Veranstalter Destination: „Es war wirklich eine wunderschöne Jazz-Rally.“

Auch die nächste ist bereits in Planung und ebenfalls schon terminiert. Der melodische Musik-Marathon steigt Pfingsten 2013, vom 17. bis 19 Mai.

 

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