Skandal um Ausladung von OB-Kandidat in Düsseldorf

SPD-Mann Thomas Geisel (links) und Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU) wollen am 25. Mai OB werden. Gekämpft wird dabei mit harten Bandagen.
SPD-Mann Thomas Geisel (links) und Amtsinhaber Dirk Elbers (CDU) wollen am 25. Mai OB werden. Gekämpft wird dabei mit harten Bandagen.
Foto: WAZ
Skandal im Düsseldorfer Rathaus: Bei der Ausstellungseröffnung zum 110. Geburtstag des Fußballvereins Turu war SPD-Kandidat Thomas Geisel nicht erwünscht – und wurde wieder ausgeladen. Der SPD-Mann ist sauer, dass das Rathaus einem Verein vorschreibe, wer eingeladen wird und wer nicht.

Düsseldorf.. Am Montag wird im Düsseldorfer Rathaus eine Ausstellung zum 110. Geburtstag des Fußballvereins Turu eröffnet. Auf der Einladungsliste des Vereins stand auch Thomas Geisel, Oberbürgermeisterkandidat der SPD. Doch der war im Rathaus nicht willkommen – und wurde von Turu am Donnerstag wieder ausgeladen. Ein städtischer Mitarbeiter hatte gegenüber der Turu entsprechend reagiert. Daraufhin rief der zuständige Ausstellungs-Organisator der Turu „peinlich berührt“ bei Geisel an. „Ein Vertreter des Presseamtes der Stadt habe ihm gedeutet, ich sei im Rathaus nicht erwünscht und man müsse mich deshalb ausladen“, so Thomas Geisel.

Der SPD-Mann ist sauer, dass das Rathaus einem Verein vorschreibt, wer eingeladen wird und wer nicht: „Ich bin nicht bereit, diesen Geist innerhalb der Stadtverwaltung länger zu dulden. Was dort geschieht, ist einer Landeshauptstadt unwürdig.“ Und: „Der Fisch stinkt vom Kopf.“ Wobei Geisel gar nicht überrascht sei über seine Ausladung: „Das passt ins Bild zu dem, was ich in den vergangenen Wochen erlebt habe.“

„Wir leben nicht im Kommunismus“

Über unsere Reaktion erfuhr am Donnerstagnachmittag Turu-Präsident Heinz Schneider in Spanien von dem Vorfall – und reagierte entsetzt: „Wenn Herr Geisel tatsächlich ausgeladen wurde, wird er wieder eingeladen – und wenn er nicht kommen darf, bauen wir die Ausstellung ab. Ganz einfach! Wir sind doch Demokraten und leben nicht im Kommunismus!“ Von der Ausladung Geisels durch den Turu-Mann wusste Schneider nichts: „So etwas hätte es mit mir auch nicht gegeben.“

„Ich habe überreagiert“, sagte der betreffende Mitarbeiter des Presseamtes zum Gespräch mit dem Turu-Mitarbeiter über die Einladungsliste. Er habe Geisels Teilnahme an der Ausstellungseröffnung wegen des derzeitigen Wahlkampfes kritisch gesehen: „Das war eine Eselei von mir!“ Er bestritt, auf Anweisung gehandelt zu haben. Dass Thomas Geisel auf der Einladungsliste steht, habe er erst später dem OB-Büro mitgeteilt.

Schadensbegrenzung durch Stadt

Natalia Fedossenko, die Leiterin des städtischen Amtes für Kommunikation, lenkte am späten Donnerstag Nachmittag ein und war sichtlich um Schadensbegrenzung bemüht: „Die Reaktion des Mitarbeiters war eine Dummheit, die inakzeptabel ist. Das Rathaus ist ein offenes Haus und auch Herr Geisel ist hier herzlich willkommen, auch zur Ausstellung am Montag. Das habe ich dem Veranstalter ausdrücklich und auch im Namen des Oberbürgermeisters mitgeteilt.“

Thomas Geisel hält dagegen: „Wenn ein Mitarbeiter so handelt, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, er handelt auf Anweisung. Oder er tut das, was von ihm erwartet wird.“ In beiden Fällen liege die Verantwortung bei der Führung der Stadtverwaltung...

 

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