Show-Veranstalter prellen die Hotel-Zeche: 17 000 Euro

Oberbilk..  Mit der farbenfrohen Spektakel-Show „Afrika, Afrika“ hatte ein Konzertveranstalter mit Werbe-Unterstützung von Multimedia-Künstler André Heller ab der Premiere 2005 bundesweit volle Säle und volle Kassen erzielt. Doch als gestern das Landgericht über eine Klage gegen die „Afrika Zirkus- und Veranstaltungs-GmbH“ verhandeln wollte, teilte das Management kurz zuvor mit, das Unternehmen stecke in der Insolvenz. Ein Hotelkonzern mit Sitz in Düsseldorf, der die Zivilklage eingereicht hatte, wird daher auf Übernachtungskosten von rund 17 000 Euro wohl sitzen bleiben.

Für ein zehntägiges Gastspiel der Zirkus-Truppe aus Artisten, Tänzern, Musikern und Künstlern hatte das Hotel Ende 2013 insgesamt 46 Einzelzimmer und 26 Doppelzimmer in Düsseldorf zur Verfügung gestellt. Als die Truppe dann abreiste und auf ihrer Tournee weiterzog, blieben die Hotelkosten übrig. Niemand schien sich für die Übernahme der 17 000 Euro verantwortlich zu fühlen. Etliche Zahlungserinnerungen blieben fruchtlos. Ende 2014 hat das Landgericht dem Hotelkonzern das Geld dann sozusagen blindlings zugesprochen – denn für das verklagte Show-Management ist bei Gerichtsterminen niemand aufgetreten. Das änderte sich erst, als das Urteil in der Welt war. Aus formalen Gründen hatte das Landgericht der GmbH-Leitung für gestern dann eine neue Chance zugebilligt, sich gegen die Hotelkosten-Forderung zu wehren. Doch auch bei diesem Gerichtstermin ist wieder niemand für die Afrika-GmbH aufgetreten. Per Fax, so hieß es am Rande des Prozesses, hatte man das Landgericht kurz vor dem Verhandlungstermin wissen lassen, die GmbH befinde sich in der Insolvenz. Die Richterin nahm dies zur Kenntnis – und sprach der Hotelkette per Versäumnisurteil erneut die volle Klagesumme zu. Ob der Konzern diese Forderung je eintreiben kann, gilt als fraglich.

EURE FAVORITEN