Selbsternannte Abendlandretter marschieren in Düsseldorf auf

Nach dem Vorbild der Demonstrationen in Dresden (Pegida: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) demonstriert am Montag in Düsseldorf die Dügida.
Nach dem Vorbild der Demonstrationen in Dresden (Pegida: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) demonstriert am Montag in Düsseldorf die Dügida.
Foto: dpa
Nach dem Vorbild der Gruppe "Pegida", die in Dresden gegen Flüchtlinge und Asylbewerber demonstriert, gibt es jetzt einen Ableger in Düsseldorf.

Düsseldorf. Unter dem Namen Dügida (Düsseldorfer Bürger gegen die Islamisierung des Abendlandes) wird seit einigen Tagen auf Facebook zu einer Demonstration in der Landeshauptstadt aufgerufen. Ein Sprecher der Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass für Montag (8. Dezember, 18.30 Uhr) eine solche Demonstration vor dem Düsseldorfer Landtag angemeldet wurde.

Auch eine Gegenkundgebung ist bereits angemeldet. Auf dem benachbarten Johannes-Rau-Platz will sich ein breit organisiertes bürgerliches Bündnis sammeln. Zugesagt haben bereits unter anderem SPD, Grüne, FDP, der evangelische Kirchenkreis und der Jugendring. Auch der Katholikenrat wird die Demonstration wohl unterstützen. Die Federführung liegt beim „Düsseldorfer Appell“, einem Zusammenschluss, der nach den rechtsradikalen Ausschreitungen Anfang der 90er Jahre gegründet worden war.

Im Aufruf zur Gegendemo heißt es: „Äußerst rechte Gruppierungen und Parteien wollen die nachvollziehbare Besorgnis von Bürgern vor islamistischer Gewalt für ihre Zwecke missbrauchen.“ Die Düsseldorfer Stadtgesellschaft sei aber „gegen jede Art von politisch oder religiös begründetem Extremismus, Rassismus und Ausgrenzung.“

Dügida eifert Pegida nach

Dügida eifert den Kundgebungen der Gruppe Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) nach, die zuletzt mehrfach mit wehenden Deutschlandfahnen in Dresden gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes demonstriert hat. Die Gruppen verstehen sich selbst als "Bürgerbewegung", distanzieren sich öffentlich von Rechtsextremen - und ziehen gegen "islamischen Extremismus" zu Felde - durchaus mit Neonazi-Beteiligung.

Die Organisatoren berufen sich auf das "christliche Menschenbild", doch Kirchenvertreter werfen ihnen "religiös verbrämten Rassismus" vor. "Pegida" nutze die Angst vor islamistischem Terror, um Stimmung gegen Flüchtlinge und Ausländer generell zu machen, hieß es in einem Aufruf. Das Bündnis selbst spricht von einer "Verleumdungskampagne".

Seit Oktober demonstriert das umstrittene Bündnis Pegida nun in der sächsischen Landeshauptstadt. Mit 200 Sympathisanten fing es an, am vergangenen Montag aber sollen laut Polizei rund 7500 Menschen zum so genannten „Spaziergang“ teilgenommen haben, darunter waren Medienberichten zufolge auch wiederholt viele Rechtsextreme.

Bei der Demonstration in Düsseldorf erwartet die Polizei mehr als 500 Teilnehmer. Den Beamten liegen zwar noch keine konkreten Hinweise vor, dass sich auch Rechtsradikale und Hoologans unter die Dügida-Demo mischen, dennoch beobachtet die Polizei diese Szene genau, um Ausschreitungen wie bei der Hogesa-Demo Ende Oktober zu vermeiden. Damals hatten rund 4000 Hooligans und Neonazis in der Domstadt randaliert und sich teilweise Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

 
 

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