Schwerer Busunfall in Düsseldorf mit 25 Verletzten

Der zertrümmerte Bus nach dem Unglück in Düsseldorf. Foto: Kai Kitschenberg
Der zertrümmerte Bus nach dem Unglück in Düsseldorf. Foto: Kai Kitschenberg
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf. In Düsseldorf unterhalb der Theodor-Heuss-Brücke ist es am Donnerstagmorgen zu einem schweren Busunfall gekommen. Dabei wurden 19 Kinder und fünf Erwachsene zum Teil schwer verletzt. Der Busfahrer (45) schwebt in Lebensgefahr.

Bei einem schweren Linienbus-Unfall sind in der Düsseldorfer Innenstadt am frühen Morgen 24 Fahrgäste zwischen 21 und 65 Jahren, darunter 19 Kinder zwischen drei und 15 Jahren, zum Teil schwer verletzt worden. Der Busfahrer (45) schwebt in Lebensgefahr.

Die Feuerwehr löste Großalarm aus. Auch sämtliche Kliniken wurden in Alarmbereitschaft versetzt und machten Betten auf den Intensivstationen frei. Nach den ersten Erkenntnissen war Glatteis nicht die Ursache des Unglücks im Stadtteil Golzheim. Man geht davon aus, dass der Busfahrer am Steuer bewusstlos zusammengebrochen ist.

Der gelbe Bus des Essener Unternehmens Mesenhohl bediente im Auftrag der Rheinbahn die Linie 729. Gegen 7.21 Uhr bog der Busfahrer wenige Meter vor der Endhaltestelle unter der Theodor-Heuss-Brücke von der Kaiserswerther Straße nach rechts in die Uerdinger Straße ein. Er sollte eigentlich den Bus gleich wieder nach links zur Wendeschleife der Endhaltestelle steuern. Doch stattdessen fuhr der Bus ungebremst 300 bis 400 Meter auf der eh’ rutschigen Uerdinger Straße weiter, rammte dabei fünf bis sechs Fahrzeuge auf dem Parkstreifen, fuhr über die Kreuzung Rotterdamer Straße, schleuderte am Ende der Straße in der Nähe des Rheinufers auf den Gehweg und prallte mit voller Wucht gegen einen Straßenbaum.

Busfahrer war eingeklemmt

Viele Fahrgäste konnten sich noch eigenständig aus dem Wrack befreien. Einige sackten auf der Straße zusammen, andere setzten sich oder legten sich aufs Pflaster. Der schwerstverletzte Busfahrer war eingeklemmt. Der Bus hatte sich regelrecht in den Baum verkeilt.

Wenige Minuten später waren die ersten Feuerwehrmänner vor Ort: „Alle Verletzten lagen bis auf den Fahrer schon draußen um den Bus verteilt“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Jochen Hermes. Der Einsatzleiter löste sofort Großalarm aus: „Massenanfall von Verletzten“. Bei diesem Stichwort setzt sich eine ganze Armada von Rettern in Bewegung. 100 Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Notärzte eilten zum Unglücksort. In der Zwischenzeit wurden die Verletzten in den zuerst eingetroffenen Löschzügen betreut, um sie nicht der Eiseskälte im Freien auszusetzen. Innerhalb von 20 Minuten war ein Feldlazarett aufgebaut und der Feuerwehr-Omnibus eingetroffen, in dem man sich aufwärmen konnte.

Aus dem Wrack befreit

Im Zelt wurden die Verletzten gesichtet und entschieden, wer sofort ins Krankenhaus musste. Acht Kinder und drei erwachsene Fahrgäste hatten schwere, aber keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten und wurden zur stationären Behandlung in die Klinik gefahren. Der Zustand des eingeklemmten Busfahrer ist kritisch. Er hatte zahlreiche Verletzungen erlitten und musste mit hydraulischen Spreizern von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden.

In Düsseldorf wurde kurzfristig Krankenhaus-Alarm ausgelöst, der später aber wieder aufgehoben werden konnte. In den Kliniken wurden sofort OP-Räume frei gemacht und Platz in Intensivstationen geschaffen. Der Transport und die Versorgung der Opfer verlief aber reibungslos. Schon wenige Minuten nach dem Unglück waren die ersten Eltern am Unglücksort, um nach ihren Kindern zu suchen. Einige konnten schon bald wieder gemeinsam Arm in Arm nach Hause. Die Feuerwehr hat ein Bürgertelefon für Angehörige eingerichtet. Informationen werden unter der Rufnummer 0211-8993838 erteilt.

Die Kreuzung Uerdinger-/Rotterdamer Straße bleibt gesperrt, bis die Bergungsarbeiten und die Spurensuche des Verkehrskommissariats abgeschlossen sind.

 
 

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