Düsseldorf

Umstrittener Schulkakao und Fahrverbote: NRW-Ministerin kündigt diese Initiativen an

Ist Schulkakao so ungesund? Darüber wird jetzt diskutiert, auch Eltern können ihre Meinung dazu sagen.
Ist Schulkakao so ungesund? Darüber wird jetzt diskutiert, auch Eltern können ihre Meinung dazu sagen.
Foto: imago/ Symbolbild

Düsseldorf. Ist Schulkakao etwa ungesund? In NRW sollen die Eltern in dieser Frage mitreden dürfen. Auch für den Umweltbereich spielt das Thema eine große Rolle.

Drohende Diesel-Fahrverbote, Dürre-gebeutelte Landwirte und jetzt auch noch Streit um den beliebten Schulkakao. In den Ressorts von Ursula Heinen-Esser (CDU) steckt viel Konfliktpotenzial. Sie ist seit Mai 2018 Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW.

Drei Monate nach ihrem Amtsantritt gab die nordrhein-westfälische Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf ein Interview zu ihren Themengebieten.

Schulmilch: Ministerin will Kindern erstmal nichts vorschreiben

In der Diskussion um Schulmilch und die Förderung gezuckerter Getränke will Ursula Heinen-Esser (CDU) die Eltern befragen, wie sie zur Förderung stehen - statt ihnen vorzuschreiben, was ihre Kinder zu trinken sollen.

Kakao enthält wertvolles Calcium

Zuvor hatte sie angekündigt, neben der Trinkmilch weiterhin auch Kakao mit rund vier Prozent Zuckergehalt im EU-Schulprogramm fördern zu wollen.

Ihr Argument: Auch Kakao enthält wertvolles Calcium. Die deutlich stärker gezuckerte Erdbeer- und Vanillemilch wird mit Beginn des neuen Schuljahres nicht mehr mitfinanziert. In Kitas auch kein Kakao mehr.

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„Natürlich wäre es besser, wenn die Kinder normale Vollmilch trinken würden“

„Natürlich wäre es besser, wenn die Kinder normale Vollmilch trinken würden“, sagt Heinen-Esser. „Mir ist aber ein zuckerreduzierter Kakao lieber, als wenn sie zu Soft-Drinks greifen.“

An den Schulen wählt nur etwa ein Drittel der Kinder Milch. Das Programm erreiche in NRW rund 208.000 Kinder in Schulen und Kitas. Für Milch zahlen die Eltern maximal 30 Cent, für Kakao 42 Cent.

Kritiker: Kinder gewöhnen sich an falsche Ernährung

„Wir werden das in diesem Schuljahr intensiv begleiten und nach der Elternbefragung in Abstimmung mit dem Schulministerium entscheiden, wie wir weiter damit umgehen“, kündigte die Ministerin an.

Kritiker finden, dass Kinder sich mit gezuckerten Produkten an eine falsche Ernährung gewöhnen.

NRW setzt sich für Dürre-Nothilfen ein

NRW setzt sich auch für Dürre-Hilfen ein, die das Kabinett am Mittwoch beschlossen hat. Die Hilfen sollen Landwirten zu Gute kommen.

„Nordrhein-Westfalen wird sich daran beteiligen“, sagte Heinen-Esser bereits zu. In den nächsten Wochen sollen die genauen Verteilungsquoten der insgesamt 340-Millionen-Nothilfe in einer Bund-Länder-Vereinbarung festgelegt werden.

Ein zusätzliches Landesprogramm plant Heinen-Esser nicht.

Ministerin: Automobilhersteller in die Pflicht nehmen

Heinen-Esser befürwortet eine Verpflichtung der Autohersteller, Motorbauteile an älteren Diesel-Autos auf deren Kosten nachzurüsten. "Die Autoindustrie muss jetzt liefern", unterstrich sie. Sie hoffe, dass die Bundesregierung bis zum Ende des Sommers eine Entscheidung treffe, um die Voraussetzungen für eine Lösung zu schaffen.

Alle 128 Stickstoffdioxid-Messstellen des Landesamts für Naturschutz werden derzeit überprüft, so die Ministerin.

Der Zuschlag sei an den TÜV Rheinland gegangen, berichtete Heinen-Esser weiter. Er prüft unter anderem, ob bestimmte Messorte zu verzerrten Ergebnissen führen. Bis Anfang September sollen erste Ergebnisse vorliegen. (mj mit dpa)

 
 

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