Sana-Klinik in Düsseldorf-Gerresheim entlässt 70 Mitarbeiter

Die Sana-Klinik entlässt 70 ihrer Mitarbeiter.
Die Sana-Klinik entlässt 70 ihrer Mitarbeiter.
Foto: WAZ FotoPool
In der Sana-Klinik in Düsseldorf-Gerresheim liefert künftig ein Caterer das Essen für Patienten und Mitarbeiter. Den Beschäftigten in der Krankenhaus-Küche hat das Unternehmen zu Ende März gekündigt. Auch die Bereiche Reinigung, Bettenzentrale und EDV werden ausgegliedert. Der funfjährige Kündigungsschutz für die eigenen Mitarbeiter ist nämlich gerade abgelaufen.

Düsseldorf.. Eine eigene Küche wird es im Neubau der Sana-Klinik an der Gräulinger Straße nicht mehr geben. Künftig liefert ein Caterer das Essen. Den 35 Verpflegungs-Mitarbeitern wurde zu Ende März gekündigt. Auch auf eigene Kräfte für die Reinigung, Bettenzentrale und EDV verzichtet das Krankenhaus. Insgesamt sind 70 Mitarbeiter betroffen. Einige von ihnen wechseln zu den Nachfolge-Firmen, allerdings zu wesentlich schlechteren Bedingungen. Denn bisher wurden sie nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt.

Beim Richtfest im September 2011 wussten alle schon Bescheid. Nur die Gäste nicht. Bei ihnen überwog die Freude auf den Neubau, der da in sichtbarem Tempo aus dem Boden schoss und Schlagzeilen produzierte wie „Klinik mit Hotelstandard“ und „Alles voll im Plan“. Das Küchenpersonal bewirtete 560 eingeladene Gäste -- ein letzter öffentlicher Auftritt.

Sozialplan ausgehandelt

Zu diesem Zeitpunkt war der Sozialplan längst ausgehandelt – „mit einem Anwalt an unserer Seite“, wie Betriebsrats-Vorsitzender Hartmut Holschbach auf Nachfrage bestätigt. Jeder Mitarbeiter, der nicht mehr gebraucht wird, erhalte eine Abfindung. Über die Höhe will Holschbach nicht sprechen: „Sie ist höher als die gesetzliche.“

Reinigungsdienst und EDV werden künftig von Tochterfirmen übernommen. Aber eine Großküche, die bisher für alle vier Sana-Häuser (zwei Krankenhäuser, zwei Altenheime) die Mahlzeiten zubereitete, kam in den Architekten-Plänen für den Neubau gar nicht vor. Künftig werden zwei Caterer die Mahlzeiten in die Sana-Häuser bringen.

„Wir hätten lieber wieder eine eigene Küche gehabt“, sagt Holschbach. „Aber das war eine unternehmerische Entscheidung, die wir nicht beeinflussen konnten.“ Der Betriebsrat habe so viel wie möglich für seine Mitarbeiter erkämpft. „Wir haben erreicht, was machbar und realisierbar war.“ Tochterfirmen und Caterer hätten den Betroffenen Angebote gemacht. Einige hätten diese auch angenommen.

Kündigungsschutz ist Ende 2011 abgelaufen

Kündigungen seien das „letzte Mittel“ hatte Sana-Chef Reinhard Schwarz bei der Übernahme der einst städtischen Klinik betont. Vereinbart wurde damals ein fünfjähriger Kündigungsschutz. Der ist Ende 2011 abgelaufen.

Sind weitere Kündigungen zu erwarten? Nach Meinung von Hartmut Holschbach ist im ärztlichen und pflegerischen Bereich nichts mehr einzusparen. „Wir würden sofort examinierte Pflegekräfte einstellen, wenn wir sie finden würden“, betont Pressesprecher Tino Kessler-Thönes, der zugleich eine positive Nachricht übermittelt: Zum 1. April werden beide vakanten Chefarztstellen (Chirurgie und Innere Medizin) wieder besetzt.

 
 

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