Rüffel für Stadtsprecher - Düsseldorfs OB und die Fettnäpfchen

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU)  sorgt mit Stimmung gegen das Ruhrgebiet und einem öffentlichen Rüffel für einen Mitarbeiter weiter für Aufsehen.
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) sorgt mit Stimmung gegen das Ruhrgebiet und einem öffentlichen Rüffel für einen Mitarbeiter weiter für Aufsehen.
Foto: dpa
Der Düsseldorfer OB lässt keinen Fettnapf aus. Nachdem Dirk Elbers das Revier gegen sich aufbrachte, maßregelte er einen Mitarbeiter vor laufender Fernsehkamera und drohte ihm indirekt mit Kündigung. SPD-Herausforderer Geisel kritisiert den fehlenden menschlichen Umgang und Führungsschwäche des OB.

Düsseldorf. Die Stimmung ist nicht gut im Düsseldorfer Rathaus. Auch unter den Mitarbeitern nicht. „Keine Frage: Der Fisch stinkt vom Kopf“, sagt OB-Kandidat Thomas Geisel (SPD) gezielt in die Richtung von Dirk Elbers. Der ist Chef im Rathaus – und damit über die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Da ist der Umgang anscheinend nicht zimperlich.

Jetzt hat Elbers einen Mitarbeiter des städtischen Presseamtes gerüffelt. Festgehalten für alle Öffentlichkeit von RTL. Der Vorfall bei einer Pressekonferenz zur Stadtbahnlinie U 81, bei der der OB bereits vor Beginn schon zerknirscht nach dem fehlenden grünen Tee fragte, wurde im NRW-Programm ausgestrahlt.

RTL strahlte alles aus

Und darum ging’s: Nach seinen umstrittenen Äußerungen über das Ruhrgebiet („Da möchte man nicht tot über dem Zaun hängen“) wollte das RTL-Team eine Stellungnahme vom OB. Der war sichtlich genervt: „Das, was ich zu sagen habe, hab’ ich gesagt. Vielen Dank.“ Elbers drehte sich um und drohte dem Presseamts-Mitarbeiter indirekt mit Kündigung.

Während die Kamera noch lief, sagte er: „Wenn Sie Ihren Dienst tun wollen, weiterhin, dann kümmern Sie sich um die Journalisten.“ RTL strahlte die Äußerung aus, zum besseren Verständnis sogar untertitelt. Jörg Zajonc, Programm-Chef von RTL West, begründete dies damit, dass dies ein „Dokument der Zeitgeschichte ist. Und weil wir es als ein seltsames Demokratieverständnis ansehen, wenn Journalisten, aber auch der eigene Stadtsprecher vor laufender Kamera unter Druck gesetzt werden.“

SPD: „Parallelen zu seinem Umgang mit Feuerwehrleuten“

Erschreckt ist Thomas Geisel über die OB-Äußerung, aber nicht verwundert: „Das Verhalten des amtierenden OB zeigt erschreckende Parallelen zu seinem Umgang mit Feuerwehrleuten, Mitarbeitern des Schauspielhauses, Beleidigungen der Nachbarn und mit einer herrschaftlichen Haltung, die ihren vorläufigen Höhepunkt in dem Blog ,Ich und meine Stadt’ findet. Eigentlich könnte der Blog schlicht ,Ich’ heißen.“ Und: „Wer motivierte Mitarbeiter haben möchte, der behandelt sie mit Respekt und Wertschätzung und watscht sie nicht öffentlich ab.“ Geisel bescheinigt dem amtierenden Oberbürgermeister der Landeshauptstadt „erneut den fehlenden menschlichen Umgang und die fehlende Führungsfähigkeit des Oberbürgermeisters“.

Grüne: „Herr Elbers muss gestoppt werden“

Zur verbalen Entgleisung von Dirk Elbers äußerte sich auch Miriam Koch, OB-Kandidatin der Grünen: „Herr Elbers muss gestoppt werden – so darf man eine Stadt nicht regieren. Das Rathaus ist zum Glück kein Byzantinischer Hof. Wertschätzung und Respekt für die städtischen Mitarbeiter müssen Angst und Repressalien ersetzen.“

Die Düsseldorfer hätten eine Stadtspitze verdient, die sie wirklich nach außen und nach innen respektvoll vertrete. Schwarz-Gelb und der amtierende OB repräsentieren längst nicht mehr die aktuelle Stadtgesellschaft Düsseldorfs, so Koch: „Die Menschen in Düsseldorf sind modern, kreativ, weltoffen und international - das Image der Stadt jedoch bundesweit sehr negativ. Die Verantwortung dafür tragen der OB und das Blockadedenken der CDU/FDP-Mehrheit, die seit bald 15 Jahren das Stadtparlament lähmt.

Düsseldorf ist eine wirtschaftsstarke und lebenswerte Metropole, die sich andere Städte zum positiven Vorbild nehmen können, weil sie so viel zu bieten hat. Es ist höchste Zeit für eine Politik des Miteinanders zum Wohle der Zukunft Düsseldorfs.“