Rückzieher: Geisel darf jetzt doch ins Rathaus

Thomas Geisel, Kandidat der SPD für das Amt des Oberbürgermeisters in Düsseldorf, darf am Montag doch zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus kommen.
Thomas Geisel, Kandidat der SPD für das Amt des Oberbürgermeisters in Düsseldorf, darf am Montag doch zur Ausstellungseröffnung ins Rathaus kommen.
Foto: WAZ
Die Spitze der Stadtverwaltung musste einen Rückzieher machen: Thomas Geisel, Oberbürgermeister-Kandidat der Düsseldorfer SPD, darf am Montag doch zu einer Ausstellungseröffnung ins Rathaus kommen. OB Dirk Elbers (CDU) hat ihn persönlich eingeladen.

Düsseldorf..  Jetzt also doch: Thomas Geisel, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD, darf am Montag zur Eröffnung der Ausstellung zum 110. Geburtstag des Düsseldorfer Fußballvereins Turu kommen. Frank Scholz, der Leiter des Büros von Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) bedauerte den Vorfall in einer Mail, die er am Donnerstagabend um 21.56 Uhr an Geisel schickte. „Herr Oberbürgermeister Elbers (...) hat (...) erst heute Abend von dem Umstand erfahren, dass man Sie zur Eröffnung der Ausstellung ,110 Jahre Turu’ im Rathaus ausgeladen hat. Das bedauert Herr Oberbürgermeister Elbers sehr“, heißt es. Und weiter: „Er hat mich gebeten, Sie für die Ausstellung am kommenden Montag um 17 Uhr persönlich einzuladen. (...) Herr Oberbürgermeister Elbers würde sich freuen, Sie dort begrüßen um dürfen.“

Wie berichtet, wurde Thomas Geisel, obwohl er von der Turu zur Eröffnung bereits eingeladen war, aufgrund des Drucks aus dem Rathaus von der Turu wieder ausgeladen. Dafür will aber weder das Büro des Oberbürgermeisters noch die städtische Pressestelle gewusst haben. Vielmehr soll ein Mitarbeiter eigenverantwortlich sowie ohne Anweisung und Rücksprache gehandelt haben. Dazu sagte Thomas Geisel: „Wenn ein Mitarbeiter so handelt, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, er handelt auf Anweisung. Oder er tut das, was von ihm erwartet wird.“ Sauer reagierte auch Turu-Präsident Heinz Schneider, der vorgestern von der NRZ in Spanien von dem Vorfall erfuhr. Er drohte mit einer Absage der Ausstellung im Rathaus, falls Geisel nicht daran teilnehmen dürfe.

Freitagmittag meldete sich Paul Ludwig Spies, zuvor 33 Jahre Präsident der Turu, bei der NRZ. Auch er ist total verärgert. „Das ist ein unmögliches Verhalten“, sagte er. „So etwas schlägt dem Fass doch tatsächlich den berühmten Boden raus...“

 
 

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