Rotlichtgröße Bert Wollersheim - vom Friseur zum Bordellbetreiber

Bert Wollersheim führte nicht immer ein skurriles und schillerndes Leben. Foto: Getty
Bert Wollersheim führte nicht immer ein skurriles und schillerndes Leben. Foto: Getty
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Bordellbetreiber Bert Wollersheim, der mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt, führte zunächst ein ganz normales Leben, begann eine Friseurlehre in Bonn im Geschäft seines Vaters. Schillernder wurde sein Leben erst, als er mit 18 Jahren nach Düsseldorf zog.

Düsseldorf.. Sein Leben begann wenig glamourös, eher ganz normal. So schillernd und skurril wie in den vergangenen Jahren war Bert Wollersheim zunächst nicht unterwegs. Geboren am 24. März 1951 in Bonn absolvierte er eine Friseur-Lehre, arbeitete im Salon seines Vaters Bertram in beschaulichen Heimerzheim. Eine Welt, die ihm schnell zu klein und zu langweilig wurde.

Er machte Rex Gildo die Haare schön

Mit 18 zog es ihn im Jahr 1969 nach Düsseldorf, hier fand Wollersheim prominente Kunden, schnitt damaligen Show-Größe wie Rex Gildo und Dieter Thomas Heck die Haare. Unter anderem. Auch Kölner Unterwelt-Größen verkehrten in seinem Salon, darunter der Zuhälter Heinrich S., genannt die „Nas“.

Fasziniert und angezogen von dieser Szene ging Wollersheim in eine Art zweite Lehre. Er verdingte sich als Laufbursche im Kölner Milieu, war bei Glücksspiel-Touren dabei, erledigte Botengänge und kümmerte sich um Luxusgüter der Szenegrößen.

Protegiert von diesen Unterwelt-Kontakten eröffnete Wollersheim 1976 sein erstes Bordell, den „Darling Club“. Anfang der 1980er Jahre begründet er die „rote Meile“ an der Rethelstraße, errichtet in den Häusern 73, 75 und 77 die mittlerweile berühmt-berüchtigten Luxusbordelle.

Er saß schon einmal im Gefängnis

Nach außen hin verkauft sich Wollersheim gerne als harter, aber ehrlicher Geschäftsmann. Ein Bild, das nicht ganz der Wahrheit entspricht. So saß er Mitte der 1990er Jahre im Gefängnis, verurteilt wegen erpresserischen Menschenraubs. Eine der Frauen, die für ihn als Prostituierte arbeiteten, verliebte sich in einen Rechtsanwalt und zog zu ihm. Wollersheim forderte eine Art „Ablösesumme“ für die Frau. Als diese nicht gezahlt wurde, ließ er sie entführen und hielt sie auf seinem Hof in Willich am Niederrhein gefangen.

Sein Privatleben kehrte der noch nie medienscheue Vater von zwei Kindern im vergangenen Jahr öffentlich komplett nach außen. Der für wenig hochtrabende Formate bekannte TV-Sender RTL II zeigte eine Doku-Soap über die Hochzeit von Bert Wollersheim und Sophia Vegas sowie die mitunter schrägen Vorbereitungen. Dabei gab es einen Streit mit seiner Ex-Frau, die nicht wollte, dass der gemeinsame, heute zehnjährige Sohn auf der Mattscheibe zu sehen ist. Daneben hat Wollersheim noch eine Tochter (30).

In die Schlagzeilen geriet der Rotlicht-König aber auch aus erneut weniger glamourösen Gründen: Im September 2011 durchsuchte die Polizei einen Swingerclub in Willich, dessen Eigentümer Anhänger der „Hells Angels“ sein soll. Bei der Razzia trafen die Beamten auch Wollersheim an, der aber nach einer Vernehmung gehen durfte.

Bei einer Großrazzia gegen das organisierte Verbrechen wurde er am Dienstag, 3. Juli 2012, in Düsseldorf festgenommen. Seine vorläufig letzte Lebensstation ist das Gefängnis. Er sitzt in Untersuchungshaft.

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