Raymon – einer für den Samstagabend

Fleischkrokette gefällig? Ramón Hopman beim Fototermon vor Leo’s Grill: „Man muss auch schonmal auf Knopfdruck lustig sein.“
Fleischkrokette gefällig? Ramón Hopman beim Fototermon vor Leo’s Grill: „Man muss auch schonmal auf Knopfdruck lustig sein.“
Foto: Wappner
Ramón Hopman ist Conferiencer in der besten Show, die es seit Jahren im Düsseldorfer Apollo gab. Wenn der Niederländer auf der Bühne aufdreht, biegen sich die Leute vor Lachen.

Düsseldorf..  Wenn, ja wenn bald wieder eine große Samstagabendshow im TV laufen wird, dann wird sie ganz sicher Ramón Hopman moderieren. „Das ist tatsächlich mein größter Traum“, sagt der 40-jährige Niederländer, der irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint und das auch von sich selbst behauptet. „Ich gehöre eigentlich gar nicht in die Gegenwart“, sagt der Mann mit dem wandlungsfähigen Knautschgesicht. Er ist Reinkarnation aus Rudi Carrell, Peter Frankenfeld und Stan Laurel zugleich.

Hopman nennt sich Clown, Entertainer, Komiker, Schauspieler, Moderator. Er ist der Conferiencer in der besten Show, die es seit Jahren im Apollo-Varieté gab: „Tulpen aus Amsterdam“. Ramón, der auf der Bühne Raymon heißt, zaubert („nicht besonders gut“), singt seinen Lieblingssong „Heute Nacht Amsterdam“ („das habe ich lange geübt, klappt immer besser“), erzählt Holländer-Witze und macht auch ansonsten ganz viel Quatsch. Bei seinem Martini-Magie-Sketch biegen sich die Leute im Publikum vor Lachen.

Der Mann, der pro Show eine Dose Haarspray braucht, damit seine Frisur mal auf halb neun, mal auf halb vier steht, sieht sich als Dienstleister. „Komik ist ein Handwerk, das nicht leicht zu lernen ist“, sagt der Niederländer. „Man muss auch schonmal auf Knopfdruck lustig sein.“ Er selbst sei ja privat oft eher ein muffeliger Käsekopp, sagt Ramón beim Ortstermin vor „Leo’s Grill“ an der Martinstraße. Dort fotografieren wir den Holländer vorm Holländer. Pommes gefällig? „Mmmh“, macht der Apollo-Protagonist und zieht ein Gesicht. „Das sind hier eher belgische Pommes“. Er bestellt Fleischkroketten.

In der Schule wurde er gemobbt

Ramón wollte schon immer Clown sein – seit er vier Jahre ist. Da nahm ihn sein Papa Paul mit zum Zirkus, der an einem Sommerwochenende im Örtchen Naarden nahe Amsterdam gastierte. „Ich wusste, ich werde auch komisch“, so Hopman, dem das Thema nicht mehr losließ. Weil er in Folge im Kindergarten und in der Schule Bilder von Zirkuspferden malte statt von Feuerwehrmännern, hatte er keine schöne Zeit. „Ich wurde gemobbt“, gesteht Ramón. Dennoch arbeitete er fieberhaft auf seinen ersten Auftritt hin, den hatte er dann mit 12 in der Schule. „Ich konnte nix, habe aber trotzdem eine Stunde vollgekriegt.“ Danach ließen ihn die anderen in Ruhe.

Dennoch: Hopman, der seinen Lebensmittelpunkt wegen seiner achtjährigen Tochter Elina in Leipzig hat („da sprechen die Leute noch viel schlimmer als in Holland“), hat die schwierige Zeit in seiner Jugend nicht vergessen. Deshalb will er mit den Kindern und Jugendlichen von heute arbeiten, „ihnen mitgeben, dass es nicht nur wichtig ist, zu lernen, sondern auch schon als Kind mit sich selbst auszukommen“. Künftig will er Zauber-Workshops anbieten, in denen Kinder Tricks beigebracht bekommen, die nur sie beherrschen. „Das stärkt das Selbstbewusstsein.“

Jetzt aber erstmal die Düsseldorfer Showbühne. Er mag die Stadt, in der ist er vor zwei Jahren schon einmal aufgetreten, und er mag „die Menschen hier, weil die ehrlich zu verstehen geben, wenn ihnen eine Nummer nicht gefällt“. Und doch hat der Holländer Probleme mit Düsseldorf. Es gibt nämlich Schwierigkeiten mit der Weg von Leo’s Grill zum Apollo. „Wo lang muss ich jetzt?“ Immer dem Rheinturm nach...

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