Radler leben am Hafen gefährlich

Moritz Thienen

Hafen.  Radfahren – eines der aktuellen Lieblingsthemen der Stadt. Mit dem Sportgroßereigniss Tour de France möchte sich Düsseldorf schmücken. Aber auch die Bedingungen für Radfahrer soll noch deutlich verbessert werden. Davon ist in dem Viertel rund um den Hafen aber noch nicht viel zu sehen. Es gibt kaum Radwege und auch durch die Großbaustelle eines privaten Investors neben dem UCI-Kinokomplex, wo neue Bürogebäude entstehen sollen, werden die Radfahre täglich stark eingeschränkt.

Einer von ihnen ist Eric Peters. Der IT-Manager aus Düsseldorf fährt seit Jahren jeden morgen von seinem Zuhause in Pempelfort mit dem Rad zur Plange Mühle im Hafen zur Arbeit.

„Die Wegsituation hat sich in den letzten Jahren extrem verschlechtert. Besonders im Hafen ist die Radwegsituation unerträglich“, sagt Peters. So ist an der Ecke Holzstraße/Speditionstraße/Franziusstraße durch die Baustelle der sowieso schon knappe Platz für Radfahrer noch weiter dezimiert. Es wurden sogar sinnvolle Übergänge gesperrt oder bebaut.

Eine kuriose, aber auch für Radfahrer sehr gefährliche Situation ergibt sich, wenn man versucht, von der Holzstraße auf die Franziusstraße zu gelangen: Es gibt dort zwar einen Radweg, dieser mündet aber nicht nur direkt auf der Straße, sondern im Gegenverkehr. „Diese Radwegmündung kann Lebensgefährlich werden. Wer keinen riesigen Umweg fahren will, muss dieses Risiko aber leider in Kauf nehmen“, berichtet Peters.

„Die Krönung“ ist für den Biker allerdings die Weiterführung der Holzstraße in Richtung Weizenmühlenstraße. Dort gibt es auf keiner der Seiten einen Radweg. Zusätzlich wird die Straße von sehr vielen Lkw befahren, die die anliegende Industrie beliefern. Die Laster rasen meist mit sehr hoher Geschwindigkeit und äußerst nah an den Radfahrern vorbei. „Auf der Holzstraße ist es für Radfahrer sehr gefährlich zu fahren. Wer sicher gehen will, muss sich den Straßenverkehrsregeln wiedersetzen und auf dem Fußgängerweg fahren“, meint Peters.

Stadt zeigt noch keine Reaktion

All diese Ärgernisse nahm Eric Peters zum Anlass, die Stadt mit den Problemen zu konfrontieren. „Ich habe mich mit diesen Problemstellen auch an die Stadt gewandt, gesondert dabei an die E-Mail Adresse der Düsseldorfer Fahrradkampagne „radschlag“. Leider habe ich bis heute keine Rückmeldung erhalten“, sagt Peters verärgert.

Besonders ärgerlich findet er in Düsseldorf aber nichtmal das Nicht-Verbessern der Radweg-Situation, sondern vielmehr die Ende April groß aufgezogene Fahrrad-Kampagne, „in der verkündet wurde, dass man sich als fahrradfreundliche Stadt besser positionieren möchte und die Situation für Radfahrer in Zukunft – noch weiter – verbessern“ will. „Es wurden Plakate und Flyer gestaltet und gedruckt, eine Unterseite der Stadt-Homepage gelauncht und sogar eine Smartphone-App programmiert. Aus meiner Erfahrung in der Medienbranche heraus würde ich darauf tippen, die ganze Aktion hat mindestens einen kleinen fünfstelligen Betrag gekostet“, so Peters. Dieses Geld hätte die Stadt seiner Meinung nach lieber tatsächlich in die Verbesserung der Radwege investieren sollen. Der Stadt sei im Vorfeld des geplanten Tour de France-Prologs „eine fahrradfreundliche PR allerdings wichtiger als die tatsächliche Umsetzung“. Peters: „Ich wünsche mir für die Zukunft einfach, dass die Radfahrer wirklich so unterstützt werden, wie in der Kampagne angekündigt. Das Radfahren sollte endlich eine ähnliche Akzeptanz wie in anderen Ländern bekommen.“