Radfahrer war offenbar Schuld am Düsseldorfer Bahn-Chaos

Eine Oberleitungsstörung hat den Bahnverkehr am Hauptbahnhof Düsseldorf zum Erliegen gebracht.
Eine Oberleitungsstörung hat den Bahnverkehr am Hauptbahnhof Düsseldorf zum Erliegen gebracht.
Foto: dpa
Eine Oberleitungsstörung hat am Montagabend den Bahnverkehr in Düsseldorf für eine Stunde völlig zum Erliegen gebracht. Auch danach gab es noch Störungen.

Düsseldorf/Duisburg.. Stillstand am Düsseldorfer Hauptbahnhof: Eine Oberleitungsstörung hat am Montagabend den Zugverkehr am und um den Düsseldorfer Hauptbahnhof zum Erliegen gebracht. Um 17.42 Uhr wurde der komplette Bahnverkehr im Hauptbahnhof gestoppt. Nach etwa einer Stunde konnten erste Züge wieder fahren, hieß es bei der Bahn. Gegen 20 Uhr waren alle Gleise bis auf Gleis 13 (Züge in Richtung Mettmann) wieder freigegeben.

Radfahrer war offenbar Schuld an Schnellbremsung

Schuld war offenbar ein unvorsichtiger Fahrradfahrer: Einige hundert Meter vom Bahnhof entfernt wollte er laut Zeugen wohl den Weg abkürzen und sei über die Schienen gelaufen, erklärt die Bundespolizei am Dienstmorgen. Der Fahrer einer S-Bahn habe scharf gebremst – und wegen eines technischen Defekts riss beim Wiederanfahren eine Oberleitung.

Das hatte Folgen: Es gab Zugausfälle und Verspätungen bis zu 150 Minuten. Etliche Fernzüge wurden um Düsseldorf herumgeleitet. Das hatte auch für das Ruhrgebiet erhebliche Auswirkungen: Da die Züge ab Köln über Wuppertal nach Dortmund umgeleitet wurden, entfielen nicht nur die Halte in Düsseldorf. Auch Duisburg, Mülheim, Essen und Bochum wurden zeitweise von Fernzügen nicht angefahren.

Die S-Bahnen der Linien 8 und 28 blieben sogar die ganze Nacht hindurch gestört. Sie fuhren ohne Halt zwischen Erkrath und Neuss. Eine Bahn-Sprecherin sagte am späten Abend, die angerissene Oberleitung auf dieser Strecke sollte bis zum Betriebsbeginn am Dienstagmorgen wieder repariert sein.

150 Reisende sitzen in Zügen fest

Der Stopp des gesamten Verkehrs war laut Bahn notwendig, solange der Schaden nicht klar war: "Es geht um Hochspannung, das ist gefährlich", sagte eine Sprecherin. Etwa 150 Fahrgäste aus der festsitzenden S-Bahn wurden aus dem Zug geholt. Verletzt wurde niemand. Viele weitere Reisende saßen in Zügen fest.

Hinzu kam: Am späten Abend gab es auch noch eine größere Behinderung zwischen Düsseldorf-Flughafen und Hauptbahnhof. Über Gründe und Ausmaß konnte die Bahn keine Auskunft gegeben. Ein Zug der Linie RE 1 wurde gegen 21 Uhr mit 60 Minuten Verspätung angezeigt und konnte nicht in den Düsseldorfer Hauptbahnhof einfahren. Auch auf der Linie S6 aus Essen fuhren über Stunden keine Bahnen. (dae/abe/WE)

 
 

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