Polizei stellt Täter nach Laser-Pointer-Attacke

Michael Mücke
Flughafen Düsseldorf: Schon fünf Laser-Attacken auf landende Jets. Foto: ddp
Flughafen Düsseldorf: Schon fünf Laser-Attacken auf landende Jets. Foto: ddp
Foto: ddp

Düsseldorf. In den vergangenen 15 Monaten wurden schon fünf Laser-Attacken auf Flugzeuge verübt, die im Anflug auf den Flughafen Düsseldorf waren. Jetzt wurden drei Männer auf frischer Tat ertappt, nachdem sie einen Urlaubsjet anpeilten.

Sie sehen harmlos aus und könnten mit einem Kugelschreiber, manche auch mit einer Taschenlampe verwechselt werden: Laserpointer. Eigentlich dienen sie nur als Utensilien bei Lichtbildvorträgen. Mit ihrem dünnen Lichtstrahl kann der Referent punktgenau auf die Details zeigen. Doch heute werden diese Laserpointer immer häufiger dafür missbraucht, Menschen zu blenden. Für Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, sind es „Waffen“, mit denen auf Kollegen vor allem bei Landeanflügen gezielt werde.

Seit einem Jahr registriert die Deutsche Flugsicherung eine deutliche Häufung dieser Laser-Attacken auf Flugzeuge. Sprecherin Kristina Kelek weiß von bundesweit durchschnittlich 15 „meldepflichtigen Störungen“ jeden Monat in diesem Jahr. Betroffen ist auch der Düsseldorfer Flughafen. Das Polizeipräsidium registrierte seit April 2009 fünf Laserpointer-Attacken auf landende Jets.

Strafmaß bis zu zehn Jahre Haft

In Düsseldorf selbst wurden die Flugzeuge nicht angepeilt. Die Tatorte waren bisher das Ruhrgebiet und Neuss. Von dort richteten die oft jungen Täter die Pointer auf die Flugzeuge, die sich bereits im Anflug auf Lohausen befanden. Der Lichtstrahl ist so stark, dass er auch bei Entfernungen von vier oder gar zehn Kilometern Piloten noch treffen kann. Wie die Flugsicherung mitteilt, müssen die Piloten möglichst noch vor der Landung den Tower benachrichtigen, damit die Polizei sofort eine Fahndung auslösen kann. „Wir alarmieren die zuständigen Polizeibehörden, aber auch den Hubschrauber, um die Täter noch erwischen zu können, bevor sie ein weiteres Flugzeug anpeilen.“, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Wierich.

Am Sonntag gingen der Polizei gleich drei Täter ins Netz. Gegen 23 Uhr meldeten die Piloten eines aus Fuerteventura kommenden Airbus A 330, dass ihr Flugzeug mit einem Laser angestrahlt wurde. Auch der Polizeihubschrauber, der über Neusser Gebiet fahndete, wurde von einem grünen Strahl getroffen. Der Tatort konnte immer weiter eingeengt werden. Drei Brüder (20 bis 31 Jahre) aus Weckhoven hatten das Lasergerät auf einem Feldweg eingesetzt. Gegen sie wird wegen „gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr“ ermittelt. Das mögliche Strafmaß reicht bei einer Verurteilung von sechs Monaten bis zehn Jahren Freiheitsentzug.

Laserpointer können zu Augenverletzungen bei Piloten und Passagieren führen und die Sicherheit des Fluges gefährden. Handwerg von der Pilotenvereinigung fordert daher, dass Laserpointer unter das Waffengesetz fallen sollen. „Die Blendung durch den Strahl ist sehr intensiv. Sie ist wie eine schlagartige Erhellung des Cockpits“, warnt der Sprecher. In Deutschland seien schon Piloten einige Tage ausgefallen, weil sie danach über Kopfschmerzen klagten. In Amerika hat ein Pilot eine dauerhafte Augenerkrankung durch einen Laserstrahl erlitten und seine Lizenz verloren.