Pirat will Steinbrück Honorar für Wahlkampfauftritt zahlen

Gerrit Dorn
Zu wenig Zeit für den eigenen Wahlkreis? Peer Steinbrück, hier bei einem Wahlkampf-Auftritt in Mülheim.
Zu wenig Zeit für den eigenen Wahlkreis? Peer Steinbrück, hier bei einem Wahlkampf-Auftritt in Mülheim.
Foto: Jakob Studnar
Andreas Graaf sammelt Spenden für einen Wahlkampfauftritt von Peer Steinbrück. Der Pirat ist Herausforderer des SPD-Kanzlerkandidaten in Mettmann und findet, dass sich Steinbrück dort zu selten zeigt. 25.000 Euro will er auftreiben, "eine Summe, die Steinbrück schon früher für angemessen hielt".

Mettmann. Zeit ist knapp, besonders im Wahlkampf und noch vielmehr für einen Spitzenkandidaten. Peer Steinbrück kann ein Lied davon singen. Viele hundert Termine absolviert der Kanzlerkandidat der SPD in diesem Sommer, auf Marktplätzen und in Messehallen des ganzen Landes.

Der Pirat Andreas Graaf hat nur dennoch nur wenig Mitleid mit Steinbrück. Er wirft ihm vor, seinen eigenen Wahlkreis Mettmann I zu vernachlässigen und dort an zu wenigen Veranstaltungen teilzunehmen. Graaf tritt in Mettmann als Direktkandidat für die Piraten an.

Als Außenseiter hat er gegen den populären Kanzlerkandidaten allerdings kaum eine Chance. Graaf hofft deshalb auf eine Möglichkeit, Steinbrück von Angesicht zu Angesicht angreifen zu können und hat deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, mit dem er Geld für einen Wahlkampfauftritt Steinbrücks sammelt.

25.000 Euro für einen Steinbrück-Auftritt

Nachdem Steinbrück "zum wiederholten Male" nicht an einem Wahlkampftermin teilgenommen habe, sei der Spendenaufruf gestartet worden, schreibt Graaf, damit sich die Bürger "von allen Direktkandidaten ein ausführliches Bild machen können".

25.000 Euro, man muss sagen ausgerechnet 25.000 Euro, will Graaf für einen Steinbrück-Auftritt sammeln. "Diese Summe", schreibt er süffisant, "hielt Steinbrück wohl schon bereits in der Vergangenheit, bei ähnlichen Veranstaltungen, für angemessen." Damit spielt er auf die Debatte um Steinbrücks Vortragshonorare an. Der SPD-Politiker hatte für Auftritte unter anderem beim Atriumtalk der Stadtwerke Bochum Honorare von bis zu 25.000 Euro erhalten.

Steinbrück war auf über 400 Terminen im Wahlkreis.

Steinbrück selbst hat sich zu dem Aufruf noch nicht geäußert. Auf seiner Website betont er allerdings, wie wichtig ihm die Arbeit im Wahlkreis ist. Über 400 Termine habe er in den letzten Jahren in Mettmann und Umgebung wahrgenommen und dabei 100 Unternehmen besucht.

Sollte Steinbrück das Geld nicht annehmen oder der Betrag nicht zustandekommen, will Graaf die Spenden einer gemeinnützigen Organisation überweisen.