Parken soll teurer und billiger werden

Während am Straßenrand in der City kaum ein öffentlicher Stellplatz  frei ist, sind die Parkhäuser bei weitem nicht ausgelastet,, wie diese gestrige Aufnahme zeigt. Die SPD-Fraktion schlägt deshalb ein neues Gebührensystem  vor.Foto:Lars Heidrich
Während am Straßenrand in der City kaum ein öffentlicher Stellplatz frei ist, sind die Parkhäuser bei weitem nicht ausgelastet,, wie diese gestrige Aufnahme zeigt. Die SPD-Fraktion schlägt deshalb ein neues Gebührensystem vor.Foto:Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich /WAZ Fotopool

Düsseldorf.  In Sachen Verkehr läuft vieles nicht rund. Die Hauptstraßen in der City sind oft verstopft. In der Rushhour quälen sich Autofahrer, aber auch die Straßenbahn-Fahrer durch die überlasteten Verkehrsadern.

Der Vorsitzende des Ordnungs- und Verkehrsausschusses, Martin Volkenrath (SPD), will gegensteuern. Er fordert ein Konzept für eine „verkehrsarme Innenstadt.“ Der Durchgangsverkehr soll möglichst nicht mehr durch die City fahren.

Und die Autofahrer sollen dort nicht mehr so lange nach einem Parkplatz suchen. Das geht aber nur, wenn die öffentlichen Parkplätze teurer, die Parkhäuser dafür billiger werden.

„Das ist kontraproduktiv“

„Wir haben einen starken Parkplatz-Suchverkehr, obwohl manche Parkhäuser fast leer stehen. Das ist kontraproduktiv“, kritisierte der SPD-Verkehrsexperte. Würden die Parkgebühren im öffentlichen Straßenraum erhöht und gleichzeitig die Parkhaus-Tarife gesenkt, dann würden viele Autofahrer sofort die Parkhäuser aufsuchen und nicht erst mehrere Runden um den Block fahren, um irgendwo einen freien Stellplatz am Straßenrand zu ergattern, so die Argumentation.

Mehr Verkehr umleiten

Ein weiteres Problem sei der Durchgangsverkehr durch die Innenstadt. „Den müssen wir stark reduzieren. Die neuen Kö-Bogen-Tunnel tragen dazu leider nicht bei“, so Volkenrath. Er schlägt ein Umleitungskonzept unter besonderer Berücksichtigung der Autobahnen vor, um die City endlich zu entlasten. Gleichzeitig müsse mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden. Heißt: mehr Radwege, breitere Gehwege und schönere Flaniermeilen, um das Shoppen hier zum Erlebnis zu machen. Wie bereits berichtet, stoßen immerhin die Vorschläge der Stadtspitze zur Umgestaltung der Frie-drichstraße auf Zustimmung.

„Wir brauchen auch mehr Platz, um Barrierefreiheit in der City zu schaffen“, sagte Volkenrath. Die Stadt müsse auf den steigenden Anteil der Senioren reagieren.

Bisher vermisst Volkenrath aber ein wegweisendes Handlungskonzept für die Zukunft. Das gerade in verschiedenen Ratsausschüssen diskutierte „Stadtentwicklungskonzept Düsseldorf 2020+“ hat ihn eher enttäuscht. „Es wird nichts darüber geschrieben, wie wir die Verkehrsprobleme der Zukunft konkret lösen wollen“, so Volkenrath. Auch sei nicht klar, in welchen Zeiträumen welches Ziel erreicht werden soll und wie die Finanzierung gesichert werde.

Es gebe keine neuen Ideen, keine neuen Schwerpunkte. „Es werden nur bekannte Projekte genannt, die bereits beschlossen worden sind“, so die Manöverkritik des Ausschussvorsitzenden. Ihm fehlen Pläne für ein dicht ausgebautes Radwegenetz. Er fordert auch klare Zielvorgaben für den öffentlichen Nahverkehr. „Wir brauchen die Ampel-Vorrangschaltung für den ÖPNV. Wir brauchen mehr Bahnen und Busse für einen kürzeren Takt. Und wir wollen eine Taktverdichtung auch von 19 bis 21 Uhr“, erklärte Volkenrath für die SPD-Fraktion.

 
 

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