Orkanfolgen kosten Düsseldorf 84 Millionen Euro

Joachim Geschke
Die Wurzel eines durch das Unwetter beschädigten Baumes liegt am Rande eines Weges.
Die Wurzel eines durch das Unwetter beschädigten Baumes liegt am Rande eines Weges.
Foto: dpa
Bereits die vorläufige Bilanz des Schadens durch den Gewitterorkan "Ela" ist erschreckend: Auf rund 64 Millionen Euro kommt Kämmerer Manfred Abrahams. Weitere 20 Millionen werden noch in diesem Jahr für geplante Maßnahmen zu Buche schlagen. Zerstörte Straßenbäume sind der größte Kostenfaktor.

Düsseldorf. Es ist nur eine vorläufige Bilanz, aber die ersten offiziellen Zahlen sind jetzt schon erschreckend: Auf rund 64 Millionen Euro addiert der Kämmerer Manfred Abrahams in einer „vorläufigen Kostenschätzung“ den Schaden durch den Gewitterorkan am Pfingstabend des 9. Juni.

Dazu kommen knapp 20 Millionen Euro für Maßnahmen, die die städtischen Ämter noch in diesem Jahr durchführen wollen. Macht insgesamt satte 84 Millionen Euro, und das ist nicht die letzte Zahl zum Sturmschaden, an dessen Beseitigung die Stadt noch jahrelang arbeiten wird.

Rat will 15 Millionen Soforthilfe bewilligen

Die vorläufige Rechnung wird der Kämmerer heute dem Rat vorlegen. In dessen konstituierender Sitzung sollen zunächst 15 Millionen Euro als Soforthilfe bereit gestellte Mittel bewilligt werden. Das Geld soll nicht durch Aufnahme von Krediten, sondern aus der Rücklage entnommen werden oder durch nicht ausgegebene Mittel bezahlt werden, heißt es.

Zu diesen Summen kommen allerdings noch die Kosten für Schäden in den Wäldern, die noch nicht alle festgestellt und zusammen gerechnet werden konnten. Versicherungen werden nur zu einem geringen Teil die Kosten verkleinern. Denn nur 100 der städtischen Gebäude sind gegen Sturm und Hagel versichert.

Zerstörte Straßenbäume sind größter Posten

Den größten Posten beziffert das Gründezernat mit 22 Millionen Euro für rund 22 500 zerstörte Straßenbäume, rund 11 Millionen Euro kosten die Schäden in Park- und Grünanlagen, und die gebrochenen oder entwurzelten Bäume in Friedhöfen kommen auf 1,6 Millionen Euro. Dagegen ist die Aufbereitung der Sportanlagen mit 650 000 Euro noch preiswert. Wohlgemerkt: All das sind vorläufige Kosten.

Einen dicken Batzen machen auch die Schäden an Straßenbeleuchtung und Ampeln sowie kaputtem Straßenbelag aus: Auf 14,7 Millionen Euro beziffert sie das Verkehrsmanagement. Über 100 Ampeln wurden beim Orkan zerstört oder stark beschädigt.

747 Schadensmeldungen an städtischen Gebäuden

Allein die Schäden an den städtischen Immobilien beziffert das Gebäudemanagement auf vorläufige 2,7 Millionen Euro in diesem Jahr und rund 1,8 Millionen für 2015. Insgesamt gab es 747 Schadensmeldungen an städtischen Bauten, darunter 148 Schulgebäude und 15 Kitas.

Die Bundeswehr kann auch nicht umsonst arbeiten, der Einsatz der Pioniere wird daher mit 900 000 Euro berechnet. Übrigens: Die Überstunden der städtischen Mitarbeiter wie etwa der Feuerwehr sind einer der kleinsten Rechnungsposten: Sie schlagen in der Stadtkasse mit 443 000 Euro zu Buche.