Ordnungsamt verbietet „Helmut-Schmidt-Party“ in Düsseldorfer Kneipe

Was Guy Fawkes für die Occupy-Bewegung ist, ist Helmut Schmidt für die Raucher in Deutschland. Schon bei einer Demo in Düsseldorf gegen das Rauchverbot wurden Masken des Altkanzlers getragen.
Was Guy Fawkes für die Occupy-Bewegung ist, ist Helmut Schmidt für die Raucher in Deutschland. Schon bei einer Demo in Düsseldorf gegen das Rauchverbot wurden Masken des Altkanzlers getragen.
Foto: WAZ FotoPool
Unter der Motto einer „Helmut-Schmidt-Party“ wollten acht Personen - unter ihnen auch Düsseldorfs bekanntester Raucher - das Rauchverbot umgehen und feierten mit Masken kostümiert rauchend in einer Düsseldorfer Kneipe. Das Ordnungsamt kontrollierte und leitete ein Verfahren gegen den Wirt ein.

Düsseldorf.. Da hatten die Initiatoren wohl keinen blauen Dunst von der Rechtslage. Das Ordnungsamt schritt jetzt ein, als acht Leute in einer Kneipe in Derendorf eine so genannte „Helmut-Schmidt-Party“ feierten und das Rauchverbot in Gaststätten konsequent ignorierten. Nun ist gegen den Wirt der Gastronomie ein Verfahren anhängig.

Das Ordnungsamt hatte den Tipp von einer Anti-Raucher-Organisation aus Süddeutschland bekommen. Ein Mitarbeiter kontaktierte daraufhin den Kneipen-Betreiber im Vorfeld und teilte ihm mit, dass er für die Umsetzung des Rauchverbots verantwortlich sei. Als eine Streife schließlich dort kontrollierte, fand sie die acht Gäste, kostümiert mit Helmut-Schmidt-Masken - und fröhlich rauchend.

Gäste blieben unbehelligt

Die Männer argumentierten, man treffe sich zu einer Versammlung. Und das Recht der Versammlungsfreiheit sei schließlich höher zu werten als das Rauchverbot. Dieses Argument sei völlig irrelevant, betonten die Ordnungskräfte nachdrücklich. Unter den paffenden Gästen befand sich offensichtlich auch Düsseldorfs bekanntester Raucher, Friedhelm Adolfs, der bekanntlich vor Gericht gegen den Rauswurf aus seiner Wohnung kämpft.

Die Kneipen-Raucher wurden von den Ordnungshütern ermahnt, blieben aber sonst unbehelligt. Gegen den Wirt wurde hingegen ein Verfahren eingeleitet, ihn erwartet jetzt ein Bußgeld ab 100 Euro aufwärts. Bei einer Wiederholung droht ihm ein Zwangsgeld von rund 1500 Euro, bei weiteren Verstößen der Entzug der Konzession.

„Das war einer der wenigen Fälle, bei denen uns ein Verstoß gegen das Rauchverbot gemeldet wurde. Solche Anzeigen gehen eher selten ein“, so Michael Zimmermann, Leiter des Ordnungsamtes, auf Nachfrage.

 
 

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